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Hutba: Der Glaube an Isrâ und Mirâdsch

29. März 2019 Rahla Koran
Rahla Koran

Verehrte Gläubige!

Wir Muslime glauben an die Allmacht Allahs. So wie Allah alles aus dem Nichts erschaffen hat, so ist Er auch jederzeit dazu in der Lage, außergewöhnliche Ereignisse hervorzubringen. Seinen nahestehenden Awliya gibt Er Ehrungswunder (karâmât); Seinen Propheten gibt Er Bestätigungswunder – genannt Mûdschizât.

Solche unnachahmlichen Wundertaten, die ihre Zeugen in Erstaunen versetzen, sind eine Gabe Allahs an Seine Propheten, um ihre Wahrhaftigkeit zu bestätigen. Das offenkundigste aller Wunder, die dem Propheten ﷺ gegeben worden sind, ist der edle Koran. Der Sprachstil des Korans ebenso wie das in ihm verborgene Wissen, die Gebote und die Aussagen über zukünftige Ereignisse machen ihn unnachahmlich.

Liebe Geschwister!

Ein weiteres Wunder unseres Propheten ﷺ            ist die Nacht- und Himmelsreise – Isrâ und Mirâdsch. Im Koran heißt es: „Gepriesen sei der, der Seinen Diener des Nachts von der unverletzlichen Moschee zur fernsten Moschee führte, deren Umgebung wir gesegnet haben, um ihm einige von unseren Zeichen zu zeigen. Wahrlich, er ist der Hörende, der Sehende.“[1]

Die Mirâdsch-Nacht fällt in diesem Jahr auf den 2. April. In dieser Nacht reiste unser Prophet ﷺ in kürzester Zeit mit dem Reittier Burak von Mekka nach al-Kuds (Jerusalem). In der Aksâ-Moschee wurde der Prophet ﷺ von der Gemeinschaft der früheren Propheten empfangen. Unter ihnen waren auch Ibrâhîm, Mûsâ und Îsâ (a). Nachdem er die anderen Propheten im Gebet geleitet hatte,[2] wurden ihm zwei Trinkgefäße gebracht.
In einem befand sich Wein; im anderen Milch. Als er die Milch nahm und davon trank, sagte Dschibrîl (a): „Alles Lob gebührt Dem, Der dich gemäß der Fitra (der natürlichen Veranlagung) geleitet hat. Hättest du den Wein gewählt, wäre deine Umma gewiss vom rechten Weg abgekommen.“[3]

Daraufhin stiegen Dschibrîl (a) und unser Prophet zu den Himmeln empor. In jedem der sieben Himmel traf unser Prophet ﷺ der Reihe nach die früheren Propheten. Schließlich trat er vor Allah, wo ihm drei Dinge verkündet wurden: die täglichen fünf Gebete, die letzten Verse der Sure Bakara und die Vergebung der Sünden jener, die Allah nichts beigesellen.[4] Danach kehrte unser Prophet ﷺ noch in derselben Nacht nach Mekka zurück.

Verehrte Muslime!

Als unser Prophet ﷺ am nächsten Tag von seiner Reise erzählte, verspotteten ihn die Götzenanbeter Mekkas und einige Muslime verließen den Glauben. Der Sahâbi Abû Bakr (r) hingegen bildete durch seine standhafte Haltung ein Vorbild. Als die Götzenanbeter ihn die Nachricht über die Nacht- und Himmelsreise überbrachten und sich darüber lustig machten, antwortete er: „Bei Allah, wenn der Prophet dies sagte, dann hat er die Wahrheit gesprochen. Was überrascht euch daran denn? Er berichtet mir davon, dass er tags wie auch nachts Offenbarung vom Himmel erhält und ich glaube ihm. Dies ist noch viel erstaunlicher als das was euch überrascht.“[5] Deshalb erhielt Abû Bakr (r) an diesem Tag den Beinamen „as-Siddîk“, was soviel bedeutet wie „der Wahrhaftige, der Ehrliche, der Aufrichtige.“

Möge Allah auch unseren Îmân so sehr festigen wie den von Abû Bakr (r). Möge Er uns ermöglichen, unseren Verstand im Lichte Seiner Offenbarung einzusetzen. Âmîn

Hinweis: Die Hilfsorganisation Hasene hat seine diesjährige Lebensmittelkampagne gestartet. Alle, die noch vor Beginn des Ramadans bedürftige Menschen weltweit mit Hilfspaketen unterstützen möchten, können ihre Spenden an Hasene übergeben.

[1] Sure Isrâ, 17:1
[2] Vgl. Ibn Hischâm, As-Sîra an-Nabawîyya, 1990, 2/48
[3] Vgl. Buhârî, Aschriba, 1, Hadith Nr. 5576
[4] Vgl. Muslim, Îmân, 76, Hadith Nr. 173
[5] Ibn Hischâm, As-Sîra an-Nabawîyya, 1990, 2/49-50

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