Freitagspredigt

Hutba: Der Mirâdsch

23. Mai 2014

Verehrte Muslime,

am Sonntag, den 25. Mai 2014, ist die Mirâdsch-Nacht, eines der Wunder unseres Propheten Muhammad (s). Hierzu möchten wir allen Muslimen gratulieren. Die Ereignisse dieser Nacht werden in zwei Abschnitte geteilt. Die nächtliche Reise unseres Propheten von Mekka nach Jerusalem wird „Isrâ“ genannt. Die Himmelfahrt von der Masdschid al-Aksâ in den Himmel ist der „Mirâdsch“.

In der Sure Isrâ wird die Reise von Mekka nach Jerusalem wie folgt beschrieben: „Gepriesen sei der, der seinen Diener des Nachts von der unverletzlichen Moschee zur fernsten Moschee führte, deren Umgebung wir gesegnet haben, um ihm einige von unseren Zeichen zu zeigen. Wahrlich, er ist der Hörende, der Schauende.“[1] Über den Mirâdsch, also den Aufstieg in den Himmel, heißt es in der Sure Nadschm: Am höchsten Horizont. Dann näherte er sich und kam nahe. Bis auf zwei Bogen(schüsse) entfernt oder noch näher. Und offenbarte seinem Diener, was er zu offenbaren hatte.“[2] Dieses große Wunder ereignete sich in der Nacht des 27. Radschab, eineinhalb Jahre vor der Hidschra.  

Liebe Geschwister,

die Reise und die Himmelfahrt wurden von unserem Propheten sowohl körperlich als auch geistig angetreten. In dieser gesegneten Nacht wurden uns Muslimen viele Geschenken gemacht. Dazu gehören folgende:

1) Die Umma unseres Propheten, also die Muslime, werden in das Paradies eintreten können, auch wenn sie sündig sind. Ausgenommen ist die Sünde der Beigesellung (Schirk).

2) Das tägliche Gebet wurde in dieser Nacht zur Pflicht erklärt.

3) Die letzten zwei Verse der Sure Bakara wurden herabgesandt.

4) Der Mirâdsch bestärkte die Muslime in ihrem Glauben, als sie in Mekka unter schweren Repressalien zu leiden hatten.

Verehrte Muslime,

als die polytheistischen Mekkaner von diesen Ereignissen hörten, begannen sie, sich über unseren Propheten und die Muslime lustig zu machen und sie zu verspotten. Sie glaubten nicht daran, dass dies möglich sei und bezichtigten unseren Propheten der Zauberei. Als Abû Bakr (r) von den Ereignissen und den schweren Anschuldigungen erfuhr, antwortete er „wenn er es gesagt hat, ist es richtig“ und zeigte somit sein unerschütterliches Vertrauen in den Propheten, weshalb er mit dem Beinamen „siddîk“ (treu) gerufen wurde und wird. Uns kommt es nun zu, genauso fest an den Gesandten Allahs und seine Botschaft zu glauben wie Abû Bakr (r). Denn das Wohlwollen Allahs hängt von unserer Liebe und unserem Vertrauen gegenüber unserem Propheten ab.    

Liebe Geschwister,

der Isrâ und Miradsch betrafen unseren Propheten. Doch was bedeuten sie für uns heute? Hier muss natürlich vor allem das Geschenk des täglichen Gebets genannt werden. Das Gebet ermöglicht uns, jeden Tag auf neue mit unserem Schöpfer zu sprechen und uns ihm anzuvertrauen. Für uns Muslime sollte es daher höchste Priorität haben, das Gebet regelmäßig zu verrichten. Denn das Gebet bewahrt vor Schandbarem und Verbotenem. Doch das (ständige) Gedenken an Allah ist fürwahr das Größte. Und Allah weiß, was ihr tut.[3]

In diesem Sinne möchten wir noch einmal allen Muslime zur Mirâdsch-Nacht gratulieren. Möge sie uns nur Gutes bringen.


[1] Sure Isrâ, 17:1

[2] Sure Nadschm, 53:7-10

[3] Sure Ankabût, 29:45

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