Freitagspredigt

Hutba- Der Monat Muharram und die Aschura

18. Februar 2005

Verehrte Gläubige!

Nachdem unsere Hutba der letzten Woche von dem Beginn des Hidschra-Jahres 1426 handelte, will ich unsere heutige Hutba über den Monat Muharram, den ersten Monat des muslimischen Mondkalenders und über den Tag der Aschura halten.

Verehrte Muslime!

Im Monat Muharram ereigneten sich einige Ereignisse, die für uns von großer Bedeutung sind. Nach der Überlieferung unseres Propheten (Friede sei mit ihm) wurde der Prophet Moses (Friede sei mit ihm) in diesem Monat von den Verfolgungen und Grausamkeiten des Pharaos befreit (Buchari Savm;69).

Unser geliebter Prophet (Friede sei mit ihm) legte sehr viel Wert auf diesen Monat. So empfiehlt am 10. Muharram und an dem Tag davor und danach zu fasten (Ebu Davud Savm, 56).

Dazu sagte der Prophet (Friede sei mit ihm) „Wenn du außer dem Monat Ramadan zusätzlich noch fasten willst, faste im Monat Muharram. Denn diesist der Monat Allah tealas“¦“ (Tirmizi. Savm/40)

Wegen den Erinnerungen an einige traurige Ereignisse, die sich in der islamischen Geschichte abspielte, hat dieser Monat eine besondere Wirkung auf die Muslime. Denn der Muharram ist auch der Monat, der uns zeigt, in welches Verderben Zwietracht und Unruhen zwischen Brüdern und Schwestern führen kann – die Ereignisse von Kerbela ereigneten sich am zehnten Tag dieses Monats.

Ja, in Kerbala vergossen Muslime gegenseitig ihr Blut; Nach schweren Kämpfen floss gar das Blut des Prophetenenkels. Der Schmerz dieses tragischen Ereignisses sitzt auch heute noch tief im Herzen der Ummah.

Heute muss die Ummah die Gründe und den Anlass für diesen Vorfall gut analysieren. Die Ummah muss sehen, wie die damaligen Muslime die Vorgänge, die zur Fitna und Zwiespalt geführt haben, nicht wahrgenommen haben und später in bittere Unruhen und Auseinandersetzungen gestürzt sind. Die heutige Ummah muss aus diesem Ereignis ihre Lehre ziehen und versuchen die zerstreute und gespaltene Ummah wieder zusammenzubringen.

Verehrte Brüder und Schwestern!

Im Muharram leben sowohl traurige als auch erfreuliche Erinnerungen weiter. Außerdem ist dieser Monat auch seit Jahrhunderten ein Monat mit Gottesdiensten und schönen Bräuchen, die die Gefühle der Freundschaft, Nachbarschaft und Geschwisterlichkeit stärken sollen. Aus diesem Grund müssen alle Muslime verstehen, dass sie, unabhängig welcher Rechtschule oder Gruppe sie angehören, im Islam Geschwister sind“¦ Sie sollten ihre Streitigkeiten und Wut untereinander vergessen und sich gegenseitig verzeihen. Die Menschheit ist es satt vergossenes Blut und Tränen zu sehen und sehnt sich nach einer friedlichen Welt. Die Muslime müssen darin ein Beispiel darstellen.

Liebe Gemeinde,

Den zehnten Muharram-Tag nennen wir „den Aschura-Tag“. Diesen Tag sollten wir als einen Tag der Geschwisterlichkeit und der Liebe feiern. Mit Gottesdiensten sollten wir versuchen, die Nähe Allah tealas zu finden. Unsere traditionellen „Aschura-Suppen“ sollten wir sowohl den Muslimen als auch den Nicht-Muslimen anbieten und so für die Gesellschaft einen bescheidenen Beitrag leisten. Wir sollten nicht vergessen, dass vor allem WIR diesen Beitrag benötigen.

Ich gratuliere allen zum 1426. Hidschrajahr, zum Muharram und zum Aschuratag. Ich wünsche euch allen Standhaftigkeit auf dem Wege Allah tealas, bei der Befolgung seiner Gebote und bei der Entfernung von seinen Verboten. Mit diesen Bittgebeten verbleibe ich und schließe meine Hutba mit den folgenden Koranversen ab:

„Die Gläubigen sind Brüder. Darum stiftet unter eueren Brüdern Frieden. Und seid gottesfürchtig, damit ihr Barmherzigkeit findet.“ (Hujurat 10)

IGMG-SEELSORGE