Freitagspredigt

Hutba – Der von Allah gepriesene Gesandte

27. April 2007

Verehrte Muslime,

anlässlich der Geburtswoche des Gesandten Gottes haben wir versucht einen Monat lang von ihm zu berichten. Diesen Freitag werden wir wiederum auf einige seiner edlen Eigenschaften hinweisen. Ich wünsche, dass wir als seine Umma, seinen einzigartigen Charakter auch zum Vorbild nehmen und in unserem Leben umsetzten können. Denn der Gesandte Gottes besaß einen von Allah gepriesenen Charakter. Er war beispielhaft und einzigartig, wie folgende Verse verdeutlichen: „Und du bist fürwahr von edler Natur.“ [68:4] „In dem Gesandten Allahs habt ihr wirklich ein schönes Beispiel für jeden, der auf Allah und den Jüngsten Tag hofft und oft Allahs gedenkt.“ [33:21]

Einmal fragte man Aîscha (ra) nach dem Charakter des Gesandten Gottes. Sie antwortete: “ Sein Charakter war der Koran“ (Muslim). Ein anders Mal deutete sie auf den ersten Vers der Sure Mu’minûn und fuhr fort: „Es gibt keinen besseren Menschen als ihn. Er nimmt alle Einladungen, die von seiner Familie oder Freunden kommen herzlich an und antwortet mit einem „Labbajk“. (Muslim)

Liebe Geschwister,

ich möchte einige Beispiele für die Charaktereigenschaften des Gesandten Gottes Muhammad (saw) erwähnen: Der Gesandte Gottes war ein mitfühlender Mensch, sympathisch und verständig. Er war weder grob noch hartherzig. Er begegnete den Menschen stets mit Geduld und Liebe. [3:159] Der Gesandte Gottes Muhammad (saw) war gedankenvoll, liebenswürdig und geduldig und behandelte alle Menschen mit größter Nachsicht. Auch machte er seine Mitmenschen in der höflichsten Weise auf ihre Fehler aufmerksam, indem er sie nicht direkt ansprach, sondern allgemein ermahnte. Dieses Benehmen machte ihn zu einem exzellenten Beispiel für alle Gläubigen.

Er verabscheute Streitigkeiten und diskutierte nicht länger als nötig. Er stöberte nicht in privaten Angelegenheiten und war nicht nachtragend. Wenn ihm etwas nicht gefiel, machte er es nicht offenkundig, man merkte es aber an seinem Gesichtsausdruck. Er mied kein Essen, und wenn es ihm nicht schmeckte, aß er nicht davon, ohne es zu schmähen. Er wusch vor dem Essen stets sein Hände und fing das Essen mit der „Basmala“ an. Er stand nicht vom Esstisch auf, bevor er sein Dankgebet ausgesprochen hatte. Er behandelte alle Menschen gleich, ob reich oder arm, jung oder alt, Bediensteter oder Herr. Er war in jeder Hinsicht vertrauenswürdig und hielt sein Wort. Deshalb nannte man ihm noch vor seiner Gesandtschaft “ Muhammad ‚ul-Amîn “ – „Muhammad der Ehrliche“. Als er seine Botschaft von Allah offenbarte, konnten sogar seine Feinde ihn nicht als Lügner diffamieren.

Er predigte: „Trennt euch nicht von der Wahrheit, denn sie bringt euch zum guten und rechten Weg, und das Gute und Rechte führt ins Paradies. Jemand, der die Wahrheit spricht und die Wahrheit sucht, wird bei Allah in die Gruppe der Treuen niedergeschrieben. Hütet euch vor der Unwahrheit und vor Lügen. Denn die Lügen führen in die Irre und zum Schlechten, und das Schlechte führt in die Hölle. Wer auf Lügen beharrt wird bei Allah als Lügner niedergeschrieben.“

Der Gesandte Gottes war der großzügigste und gnädigste unter den Menschen. Er verteilte seinen ganzen Besitz unter den Bedürftigen und ließ sie nicht mit leeren Händen gehen. Er sagte: „Ich bin nur der Verteiler, der Spender ist Allah.“

Er war sehr bescheiden und genügsam. Wenn zu einer Gemeinschaft trat, wollte er nicht, dass man seinetwegen aufstand. Er saß sich dorthin, wo ein freier Platz war. Obwohl seine Freunde ihm ihre Hilfe anboten, erledigte er seine Arbeit selbstständig und half im Haushalt mit. Er arbeitete organisiert und strukturiert. Seine Zeit war genau eingeplant für das Gebet, zum Ausruhen und für seine Gäste. Er vergeudete keine Zeit und beschäftigte sich mit sinnvollen Dingen. Er sagte: „Die Menschen wissen den Wert zweier Dinge nicht zu schätzen: Die Gesundheit und die Zeit.“

Seine Frau Chadîdscha sprach folgendes zu ihm, als er die erste Offenbarung erhielt: „Ich schwöre bei Allah, dass Er dich nie beschämen wird. Denn du kümmerst dich um deine Verwandtschaft, hilfst den Bedürftigen, spendest den Armen, bewirtest die Gäste und bist zu jedem hilfsbereit.“

Ich möchte mit einer Aussage von Anas (ra) meine Hutba beenden: „Ich habe dem Gesandten zehn Jahre lang gedient. Er hat mit mir weder geschimpft noch mich verwiesen und gefragt, warum hast du dies und jenes nicht so und so gemacht.“

IGMG Irschadabteilung

Wichtiger Hinweis: Ich möchte auf den 19. Europäische Koranrezitationswettbewerb, der morgen stattfindet, hinweisen und lade hiermit alle Interessenten hierzu ein.

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