Freitagspredigt

Hutba: Der vorbildliche Charakter unseres Propheten

15. August 2014

Verehrte Muslime,
in der Sure Ahzâb weist Allah auf den Charakter unseres Propheten Muhammad (s): „In dem Gesandten Allahs habt ihr wirklich ein schönes Beispiel für jeden, der auf Allah und den Jüngsten Tag hofft und oft Allahs gedenkt.“[1]In der heutigen Hutba, geht es um den tugendhaften Charakter unseres Propheten, den wir Muslime zum Vorbild nehmen sollten.

Liebe Geschwister,
was zu einem guten Charakter gehört, lehrt uns der Koran. Einst wurde Aischa (r), die Ehefrau unseres Propheten, gefragt, wie der Charakter des Propheten gewesen ist. Sie antwortete, dass unser Prophet die Tugenden besitzt, die der Koran lehrt. Unser Prophet befolge die koranische Botschaft erst selbst und war seiner Umma damit ein Vorbild. Auf diesem Wege versuchte er, die Menschen von den koranischen Tugenden zu überzeugen. Er war sein Leben lang bemüht, die moralische Entwicklung der muslimischen Gemeinschaft voranzutreiben.

Verehrte Muslime,
unser Prophet sorgte dafür, dass die Menschen fest an Allah glaubten. Dadurch wurde Aberglaube beseitigt; an die Stelle des Unwissens trat Wissen, an die Stelle von Unterdrückung trat Gerechtigkeit, an die Stelle von Hass trat Liebe. Die Gläubigen wurden zu Geschwistern.

Der Gesandte Allahs zeigte ihnen, wie ein Gleichgewicht zwischen dem Diesseits und dem Jenseits herstellen konnte. Er liebte die Menschen und war sehr gnädig gegenüber Bedürftigen. Es kam vor, dass er selber hungerte, während er den Bedürfnissen von Armen nachkam. Nicht nur gegenüber Menschen war er liebevoll, sondern auch gegenüber Tieren, die ebenfalls Gottes Geschöpfe sind.

Kindern war unser Prophet besonders zugeneigt. Oft spielte und scherzte er mit ihnen. Als ein Mann sah, dass unser Prophet ein Kind auf den Arm nahm und es küsste, sagte er verwundert:

„Ich habe zehn Kinder und habe keines davon jemals geküsst.“ Darauf antwortete unser Prophet: „Einem Unbarmherzigen wird kein Erbarmen gezeigt.“ Selbst während er betete, hatte er Nachsicht mit seinen Enkeln, die sich während des Gebets auf seine Schultern setzten.

Unser Prophet war sehr bescheiden und unterschied nicht zwischen Arm und Reich. Wenn er eingeladen wurde, kam er, egal ob die Person arm oder reich war. Er besuchte die Kranken und betete für deren Wohlergehen und Genesung. Wenn er sich zu einer Gesellschaft begab, dann setzte er sich auf den nächsten freien Platz und vermied Sonderbehandlungen. Als ein Mann in seiner Gegenwart zitterte, sagte der Prophet: „Du brauchst vor mir nicht zu Zittern. Ich bin kein König, sondern der Sohn einer Frau von den Kuraysch, die getrocknetes Brot aß.“

Liebe Geschwister,
unser Prophet Muhammad (s) flickte seine Kleidung, reparierte seine Schuhe und erledigte seine Besorgungen selbst. Er versuchte, niemandem zur Last zu fallen. Er war ein vorbildliches Familienoberhaupt, der seinen Frauen im Haushalt half und stets freundlich zu ihnen war. Er war ein großzügiger Gastgeber. Dabei unterschied er nicht zwischen Muslimen und Nichtmuslimen.

Unser Prophet kleidete sich bescheiden und gepflegt. Seine Kleidung und seinen Körper hielt er stets sauber. Er war immer aufrichtig und hielt sein Versprechen. Lügner mochte er nicht. Er verabscheute Rache und liebte es, zu vergeben. Alten Menschen gegenüber verhielt er sich respektvoll und gegenüber Kindern zeigte er Liebe und Zuneigung.

Unser Prophet war sein ganzes Leben lang in jeder Hinsicht ein Vorbild für uns Muslime. Gesegnet seien diejenigen, die seinem Beispiel folgen.

[1] Sure Ahzâb, 33:21