Freitagspredigt

Hutba: Die Berât-Nacht

06. Juni 2014

Verehrte Geschwister,

die Nacht vom 14. auf den 15. Tag des Monats Schabân ist die für uns Muslime gesegnete Berât-Nacht. In diesem Jahr ist sie in der Nacht vom Donnerstag, den 12. Juni auf den Freitag. Inschallah wird sie der gesamten Umma unseres Propheten Muhammad (s) nur Gutes bringen.

Die Berât-Nacht ist gesegnet (mubârak), da sie voller Segen ist. Sie wird „Berât-Nacht“ genannt, weil in ihr die Diener Gottes von ihren Sünden befreit werden (barâa). Zudem wird diese Nacht als barmherzig beschrieben (rahma), weil den Dienern Gottes Vergebung zuteil wird. Diejenigen, die sie sinnvoll nutzen, gehören zu den aufrechten Dienern Allahs.

In dieser Nacht werden die Tore der Vergebung weit geöffnet. Die Bittgebete der Gläubigen werden erhört, ihre Sünden vergeben und die verrichteten Gebete um ein vielfaches mehr als sonst belohnt. Aus diesen Gründen müssen wir als Muslime diese Nacht sehr gut wahrnehmen. Wir sollten den Tag fasten und die Nacht mit verschiedenen Gebeten würdigen.

Liebe Geschwister,

wie Ali (r) überlieferte, hat unser geliebter Prophet folgendes gesagt: „Wenn die fünfzehnte Nacht des Schabân kommt, verbringt die Nacht mit Gebeten und den Tag mit Fasten. Von Sonnenuntergang bis zur Dämmerung fragt Allah: „šGibt es niemanden, der mich um Verzeihung bitten möchte, damit ich ihm verzeihe? Gibt es niemanden, der Gaben (Rizk) von mir möchte, damit ich sie ihm gebe? Gibt es niemanden, der Genesung (Schifâ) von mir möchte, damit ich sie ihm gebe?'“[1]

In einer weiteren Überlieferung wird uns folgendes mitgeteilt: „In der Mitte des Monats Schabân beurteilt Allah die Situation seiner Diener. Den Gläubigen vergibt er, den Ungläubigen gewährt er einen Aufschub. Diejenigen mit Zorn und Neid lässt er auf sich allein gestellt, bis sie sich von diesen Eigenschaften lossagen.“[2]

Verehrte Muslime,

bezüglich des Reichtums der Berât-Nacht verweisen islamische Gelehrte auf Folgendes: Der Koran wurde in dieser Nacht in einem Stück von der „wohlverwahrten Tafel“ auf die Erde herabgesandt. Als Beweis dafür werden die ersten vier Verse der Sure Duhan angeführt: Ha. Mim. Bei dem deutlichen Buch! Wahrlich, Wir haben es hinabgesandt in einer gesegneten Nacht – Wir waren doch stets ein Warnender! – In welcher der Unterschied zwischen allen Dingen in Weisheit erläutert wurde.[3] Die im Vers als gesegnet bezeichnete Nacht, ist die Berât-Nacht. Der Koran wurde in dieser Nacht vom Himmel auf die Erde herabgesandt. In der Kadr-Nacht begann die Herabsendung des Korans an unseren Propheten.

Liebe Geschwister,

die Berât-Nacht ist die Nacht der Gnade und Vergebung. Die Tugendhaftigkeit der Gebete, die in dieser Nacht verrichtet werden, ist sehr groß. Diejenigen, die ihre Eltern nicht respektieren, Zauberer, jene, die viel Hass in sich tragen oder Alkohol trinken sollten von diesem Reichtum ihren Nutzen ziehen.

Wir müssen als Diener Gottes sowohl in dieser Nacht als auch in den ganzen Drei Monaten zu uns selbst finden und unsere Hoffnungen beleben. Wir sollten mehr Gnade gewähren und Gnade erfahren. Wir sollten für uns selbst, unsere Familie, sowie für unsere Freunde und für die gesamte Umma beten. Lasst uns diese Hutba mit einem Bittgebet unseres Propheten abschließen: „Von deiner Strafe suche ich Zuflucht bei deiner Vergebung und vor deinem Zorn bei deinem Wohlwollen. Ich bin zu schwach, um dir auf die Art danken zu können, wie man sollte. Wahrlich du bist der Größte.“[4]


[1] İbn Mâdscha, Sunan, 4/301, H. Nr. 1378

[2] Şuabul İmân, 5/359, H. Nr. 3551

[3] Sure Duhan, 44:1-4

[4] Targîb wa Tarhîb, II, 119-120

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