Freitagspredigt

Hutba: Die Beratung – ein Segen

07. März 2014

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Verehrte Gemeinde,

unsere heutige Hutba handelt von der Wichtigkeit der gegenseitigen Beratung. 

Liebe Geschwister,

ob es sich nun um eine Angelegenheit im Privatleben, in der Familie oder in der Moscheegemeinde handelt, einander um Rat zu fragen, ist eine wichtige Sunna unseres Propheten Muhammad (s). Uns mit anderen zu beraten hilft uns dabei, das Richtige zu tun. In dem Koranvers: „Und ziehe sie in der Sache zu Rate“ legt Allah jedem Muslim nahe, sich möglichst mit sachkundigen Personen zu beraten.

Unser Prophet hielt sich an dieses Gebot. Obwohl es in seinem Fall nicht nötig war, beriet er sich mit seinen Gefährten, um ihnen und damit auch uns ein Vorbild zu sein. Abû Hurayra (r) sagte: „Ich habe niemanden gesehen, der sich mit seinen Gefährten öfter beriet als Muhammad (s).“ [1] Uns kommt die Aufgabe zu, diese Sunna zu befolgen und uns möglichst mit denen zu beraten, die Experten in ihrem Fach sind.

Verehrte Muslime,

so wie Gelehrte über Wissen verfügen, besitzen Menschen mit Erfahrung und Vernunft die Fähigkeit, richtige Entscheidungen zu treffen. Man wendet sich an Experten, um bezüglich eines Themas Informationen einzuholen. Danach berät man sich anschließend mit gebildeten, erfahrenen und weisen Menschen. Nach der Beratung kann der Verantwortliche sich entweder dem Willen der Mehrheit beugen, den Vorschlag der Minderheit annehmen oder seinem eigenen Wunsch folgen.

Unser Prophet handelte ebenfalls je nach Situation nach diesen drei Mustern.

Sich zu beraten ist segenreich und führt zum Erfolg. So heißt es in einem Hadith: „So wisst, dass Allah und sein Gesandter, nicht den Rat anderer bedürfen. Doch Allah segnete meine Umma damit. Wer sich mit anderen berät, wird nicht vom rechten Weg abweichen, wer sich davon abwendet, wird sich nicht davor retten können, Fehler zu begehen.“ [2] Uns bei gesellschaftlichen Angelegenheiten zu beraten, solidarisch zu handeln und uns gegenseitig zu helfen, kann uns vor unvorhersehbaren und negativen Konsequenzen bewahren.

Liebe Geschwister,

ein Muslim sollte sich bemühen, stets das Richtige zu kennen, das Richtige zu tun und auf die richtige Weise zu handeln. Die Gebote des Islams, das Erlaubte und Verbotene zu kennen ist das richtige Wissen. Richtig ist auch, sich zu beraten und die Entscheidung zu befolgen. Wessen Rat nicht angenommen wurde, sollte sich freuen, weil er sich damit der Verantwortung entziehen kann. Derjenige, dessen Vorschlag angenommen wurde, sollte bedenken, dass er damit mitverantwortlich ist.

Lasst uns die Hutba mit dem folgenden Koranvers beenden: „Und dank der Barmherzigkeit Allahs warst du gütig zu ihnen. Wärst du aber grob und hartherzig gewesen, so wären sie von dir davongelaufen. Darum vergib ihnen und bete für sie um Verzeihung und ziehe sie in der Sache zu Rate, aber wenn du einmal entschlossen bist, dann vertraue auf Allah; siehe, Allah liebt die ihm Vertrauenden.“ [3]


[1] Tirmizî, Dschihad, 34

[2] Âlûsî, Rûh al-Maânî, 4, 106

[3] Sure Âli Imrân, 3:159

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