Freitagspredigt

Hutba – Die fundierte Glaubenslehre

11. April 2008

Verehrte Muslime,

der Glaube (İmân) ist das Fundament des Islams, ohne den die Handlungen (Amâl) keinen Wert für Allah haben. Der Anfang von allem ist der Glaube und die Glaubenslehre (Akîda). So können wir sehen, dass die Verse des Korans, die zu Anfang des Islams in Mekka offenbart wurden, vom Glauben und den Glaubensprinzipien handeln. Demgegenüber beinhalten die medinensischen Verse eher Gebote bezüglich verschiedenster Themen. Erst als die falschen und irrgläubigen Vorstellungen durch einen festen Glauben ausgeräumt waren, wurden die Gebote bezüglich den Gottesdiensten offenbart. Denn es wäre falsch, zu behaupten, dass der Gottesdienst ohne den Glauben einen Menschen erretten könnte. Der Gottesdienst ohne den Glauben wird von Allah nicht angenommen. Jede Handlung muss also von einem gefestigten Glauben ausgehen. Der Vers „Wer das Rechte tut und gläubig ist, sei es Mann oder Frau,“¦“ [16:97][40:40] weist darauf hin, dass die Handlung ohne Glauben, keinen Wert hat. Wir sehen, dass dort, wo von Handlungen und Gottesdiensten die Rede ist, stets auch der Glaube erwähnt wird. Dort wird dieser Sachverhalt generell in der Form „Diejenigen aber, die glauben und Gutes tun, „¦“ [18:107] zum Ausdruck gebracht.

Verehrte Geschwister,

auf der anderen Seite haben die Gottesdienste einen großen Einfluss auf den Glauben und die Gottesfurcht (Takwâ) eines Menschen. Aus diesem Grund haben die Menschen, die keine Gottesdienste verrichten einen schwachen Glauben und wenig Gottesfurcht. Die Gelehrten vergleichen einen Glauben ohne Handlung mit einem Leuchtturm ohne Licht. So wie dieser Leuchtturm, von dem kein Licht ausgeht, keinen Nutzen hat, so ist auch der Glaube, der nicht durch Gottesdienste gestärkt wird, zwar vorhanden, aber schwach und nach außen nicht sichtbar. Deshalb ist auch die Situation eines Gläubigen (Mu’min), der sich nicht an die religiösen Gebote hält, nichts Wünschenswertes. Denn die Bedeutung und Reife eines Menschen können nur an seiner religiösen Lebensweise und seinen Handlungen gemessen werden. Festzuhalten bleibt also, dass der Glaube und die Handlungen in einem engen Verhältnis stehen und als Ganzes angesehen werden müssen.

Verehrte Geschwister,

es gibt einige Voraussetzungen, die erfüllt werden müssen, damit der Glaube wahrhaftig ist. Diese Voraussetzungen sind folgende: 1) Der Glaube darf nicht aufgezwungen werden, sondern muss von Herzen kommen. Der Glaube unter Zwang hat keine Gültigkeit. 2) Ein Gläubiger, also jemand, der sagt, dass er glaubt, muss sich von Aussagen oder Handlungen fernhalten, die die Ablehnung auch von nur eine der Glaubensgrundlagen beinhalten könnten. Denn diese bilden eine unzertrennliche Einheit. Der Glaube impliziert, alle Glaubensgrundlagen zu akzeptieren; der Ausschluss einer Grundlage würde die Ablehnung aller Glaubensgrundlagen bedeuten. So kann derjenige, der an alle Propheten außer an Muhammad (saw) glaubt, nicht als Gläubiger angesehen werden. Dasselbe gilt für denjenigen, der etwas Verbotenes wie Alkohol als erlaubt ansieht oder ein Gebot wie das des Gebets (Salâh) verneint oder auch nur anzweifelt. 3) Der Gläubige darf sich nicht durch die Barmherzigkeit Allahs in Sicherheit wiegen, noch darf er seine Hoffnung verlieren. Er muss sich also in einem Zustand zwischen Furcht und Hoffnung befinden. Der Gläubige darf nicht annehmen, dass er das Paradies gewonnen hätte, nur weil er gläubig sei. Genauso darf er nicht die Hoffnung verlieren und der Meinung sein, die Hölle sei ihm sicher, da er zu viele Sünden begangen hat. Dies sind die Voraussetzungen für einen wahrhaftigen Glauben. Ein Glaube, der sich an diesen Maßstäben orientiert und mit Gottesdiensten vervollständigt wird, wird akzeptiert und dem Gläubigen von Nutzen sein. Das Fehlen oder der Mangel auch nur eines dieser Bedingungen führen zu ewigem Unheil. Unsere Bitte ist es deshalb, dass uns Allah einen wahren Glauben gebe.

IGMG – Irschad-Abteilung

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