Freitagspredigt

Hutba- Die guten Taten

19. Mai 2006

Verehrte Muslime,

„Wahrlich, die guten Taten tilgen die bösen…“ (11:114) daran erinnert uns unser Herr in unserer heiligen Schrift, dem Koran. Denn der Koran ist ein Buch, das uns an die guten Taten erinnert und uns von den schlechten Taten zurückhält.
Unser Glaube schenkt der Menschheit und dem Universum eine Bedeutung. Sie erklärt uns, uns selbst und sie umfasst und beeinflusst jeden Aspekt unseres Lebens als Individuen oder als Gemeinschaft. Da der Mensch in der Schöpfung das vollkommenste Wesen ist, trägt er gewisse Verantwortungen gegenüber seinen Mitmenschen und seinem Umfeld. Seine wesentlichen Aufgaben liegen darin, dass er alleine Allah teala anbetet und sein Umfeld mit Fürsorge und Barmherzigkeit behandelt. Allerdings stehen auch einem Gläubigen manchmal Hindernisse auf seinem Wege. Diese sind zum einen sein Verstand und sein Ego, die von Zeit zu Zeit versuchen, ihn von seinem Ziel abzuhalten. Mit einem starken Iman kann aber ein Muslim diesen Verführungen und Versuchungen wiederstehen.
Der Dreh- und Angelpunkt allen Handelns der Gläubigen sind die guten Taten, mit denen die Gläubigen das Wohlwollen Allahs anstreben. Hierbei sollten sie die Sunna als Wegweiser nehmen. Denn der Prophet (saw) ist das beste Vorbild für sie.

Liebe Geschwister!

Muhammed (saw) ist Allahs Gesandter und er ist das Siegel der Propheten. Muhammed (saw) wurde der Menschheit als letzter Prophet gesandt. Er war ein lebendes Beispiel der erhabenen Moral Allahs letzter Offenbarung. Er war ein Freund Allahs und er inspirierte die Menschheit durch seine Nähe zu Ihm. Er war Sein Repräsentant, edel in Seinen Augen und ein Freund aller Gläubigen. Er verkündete die Offenbarungen Allahs und erinnerte die Menschen an ihre Pflichten. In einem dieser Verse offenbart Allah:

„Und diene deinem Herrn, bis die Gewißheit zu dir kommt.“ (Hidschr 99)

„So gedenke des Namens deines Herrn und widme dich Ihm voll und ganz.“ (Muzammil 8)

Aisha (ra) erzählt:

„Der Gesandte Allahs hat solange gebetet, bis seine Füße angeschwollen waren. Eines Tages habe ich ihn gefragt: O Gesandte Allahs, warum tust du das? Allah teala hat doch deinen vergangenen und kommenden Sünden vergeben“ Daraufhin antwortete er: „Soll ich nicht ein dankender Diener meines Herrn sein?“ (Buhari und Muslim)

Aus dieser Erzählung sehen wir, dass wir unser Leben auch mit Gebeten und guten Taten verbringen müssen, zumal unsere Sünden nicht getilgt sind.

Verehrte Muslime,

das Leben im Diesseits ist zeitlich begrenzt. Sei es ein Tag oder einige Stunden oder 70 Jahre. Es ist unwichtig, ob ein Mensch 80 Jahre oder 100 Jahre lebt, er nähert sich jeden Tag dem unvermeidbaren Ende. Beispiele hierfür hat ausnahmslos jeder in seinem Leben gesehen. Denken wir einmal daran, eines Tages wird die Zeit um sein. Wenn Sie dann über Ihre Vergangenheit nachdenken, wird Ihr erster Gedanke sein: „Wie schnell ist es vergangen!“. Aus diesem Grund sollten wir jede Tat gut abwägen und auf die Ermahnungen unseres Propheten (saw) achten. In einer dieser Belehrungen sagt er: „In zwei Sachen haben sich die meisten Menschen getäuscht. Diese sind die Gesundheit und die Freizeit“ (Buhari)

Wir haben noch die Gelegenheit, das beste aus unserem Leben zu machen. Aber jede Sekunde verlieren wir von unserem kostbaren Lebensgut. Wenn wir bisher unser Leben in Unwissen vergeudet haben, sollten wir wenigstens ab diesem Punkt eine Wende machen. Schließlich ist es nie zu spät…

Wir sollten uns stets bemühen, unseren Glauben, unsere Brüderlichkeit, unsere Aufrichtigkeit und unsere Liebe zu stärken. Wir sollten nicht vergessen: Die größte Reue, ist die jenseitige Reue und die größte Freude ist die Freude, die wir im Jenseits inschaallah erlangen werden.

Wichtiger Hinweis: Wir laden alle unsere Geschwister zum „Brüderlichkeits- und Solidaritätstag“ ein, der am 4. Juni in Belgien stattfinden wird. Lasst uns an diesen Tagen, an denen die Umma die Solidarität und Brüderlichkeit am meisten benötigt, ein Zeichen mit dieser Veranstaltung setzen.

IGMG Irschad-Abteilung

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