Freitagspredigt

Hutba- Die universelle Botschaft des Korans (3)

09. März 2007

Verehrte Muslime,

in unserer letzten Hutba hatten wir einige Lebensprinzipien des Korans angesprochen, die von den Menschen zu jedem Zeitpunkt angewendet werden können. Diesmal möchte ich die Hutba über fünf grundsätzliche Verbote des Korans halten und sie genauer ausführen.

Diese sind:

  1. Allah teala andere Götter beigesellen;
  2. Ungehorsam gegenüber den Eltern;
  3. das Töten;
  4. die Bestechung;
  5. üble Nachrede und Lästerei.

Verehrte Geschwister,

nach dem Koran ist die größte Sünde, Allah teala andere Gottheiten beizugesellen. Das heißt, dass man andere Menschen oder Sachen vergöttert, wie z.B. Statuen, Bäume, die Sonne, den Mond, die Sterne, die Engel, die Propheten oder irgendwelche Gelehrten. Der Koran sieht das als eine große Ungerechtigkeit und bezeichnet Vielgötterei als große Täuschung. Dies wird in den folgenden Versen deutlich gemacht: „Siehe, Allah vergibt es nicht, dass Ihm Götter zur Seite gesetzt werden. Doch im übrigen vergibt Er alles, wem Er will. Wer Allah Götter an die Seite setzt, der ist weit abgeirrt.“ [4:116]

Da sagte Luqman zu seinem Sohn, ihn ermahnend: »O mein Sohn! Setze Allah keine Gefährten zur Seite. Siehe, Vielgötterei ist ein gewaltiger Frevel.“ [5:72]

Unrecht bedeutet, von der eigentlichen Bestimmung abzuweichen. Allah teala ist unser einziger Herr, der keine Beigesellen hat, Er erschafft, tötet, beschützt und versorgt. Wenn man ihm andere Götzen beigesellt, ist es das größte Unrecht. Deshalb deutet der Koran darauf hin, dass die Beigeseller eine schwere Strafe erwartet und es für sie unmöglich ist, ins Paradies einzutreten.

Verehrte Brüder und Schwestern,

der Koran befiehlt uns, unseren Eltern gegenüber gutmütig zu sein und uns ihnen nicht zu widersetzen. Dazu heißt es im Koran:“Dein Herr hat bestimmt, dass ihr Ihn alleine anbeten sollt und dass ihr gegen euere Eltern gütig seid, auch wenn der eine von ihnen oder beide bei dir ins hohe Alter kommen. Sag daher nicht »Pfui!« zu ihnen und schelte sie nicht, sondern rede mit ihnen auf ehrerbietige Weise. Und bedecke sie demütig mit den Flügeln der Barmherzigkeit und bitte: »O mein Herr! Erbarme dich beider so (barmherzig), wie sie mich aufzogen, als ich klein war!“ [17:23] [17:24]

In diesen Koranversen befiehlt uns Allah teala nach dem Gottesdienst, unseren Eltern Gutes zu tun und verbietet uns ihnen sogar, „Pfui“ zu sagen. Denn unser Schöpfer ist Allah teala und unsere Eltern der Grund für unser Dasein.

Verehrte Muslime,

der Mensch ist der wertvollste unter allen Lebewesen. Es ist von Allah teala strikt verboten, ihn in irgendeiner Art und Weise zu erniedrigen, herabzuwürdigen, ihn mit seinen Schwächen bloßzustellen und ihn auf ungerechte Art zu ermorden. Aus folgenden Versen sehen wir, dass das Töten eines einzigen Menschen als Ermordung der ganzen Menschheit zählt. Zu den Eigenschaften eines Muslims gehört die Schonung und Achtung des Menschenlebens.

„“¦wer einen Menschen tötet, ohne dass dieser einen Mord begangen oder Unheil im Lande angerichtet hat, wie einer sein soll, der die ganze Menschheit ermordet hat. Und wer ein Leben erhält, soll sein, als hätte er die ganze Menschheit am Leben erhalten.“ [5:32]

Und diejenigen, welche neben Allah keinen anderen Gott anrufen und niemand töten, wo Allah doch zu töten verboten hat, außer nach Gesetz und Recht; und die keine Unzucht begehen: Wer solches tut, findet Strafe.“ [25:68]

Liebe Geschwister,

die letzten beiden Verbote sind zwei krankhafte Eigenschaften, die das soziale Leben in einer Gesellschaft schwächen und jegliches Vertrauen und Miteinander gefährden. Diese sind Bestechung und üble Nachrede. Diese beiden schlechten Eigenschaften werden im Koran untersagt: „O ihr, die ihr glaubt! Bringt euch nicht gegenseitig betrügerisch um euer Vermögen. Treibt aber (ehrlichen) Handel nach gegenseitiger Übereinkunft. Und bringt euch nicht selbst ums Leben; siehe, Allah ist barmherzig gegen euch.“ [4:29]

Und bringt einander nicht betrügerisch um Hab und Gut, und bestecht damit nicht die Richter, um einen Teil des Vermögens der Leute widerrechtlich an euch zu bringen, obwohl ihr es (besser) wisst.“ [2:188]

O ihr, die ihr glaubt! Vermeidet möglichst viel Argwohn; denn mancher Argwohn ist Sünde. Und bespitzelt euch nicht und redet nicht hinter dem Rücken schlecht übereinander. Würde jemand von euch etwa gerne das Fleisch seines toten Bruders essen? Ihr würdet es verabscheuen. Und fürchtet Allah. Allah ist fürwahr bereit zu vergeben, barmherzig.“ [49:12]

Der Koran ist ein Buch, das für das Glück und den Frieden der Menschheit offenbart wurde; seine Prinzipien sind universell und können zur jedem Zeitpunkt ausgelebt werden. In den drei Hutbas haben wir versucht, Beispiele für diese Grundsätze auszuführen. Jeder für sich sollte genauestens darüber nachdenken und eine Lehre daraus ziehen. Welche dieser Prinzipien werden wohl heute in unserem Zeitalter vernachlässigt?

IGMG Irschad-Abteilung