Freitagspredigt

Hutba – Ein besonderes Gebet im Ramadan: Das Tarâwîh-Gebet

13. Juli 2012

Verehrte Muslime,

nachdem wir die Regâib-, Miradsch- und Berât-Nacht hinter uns gelassen haben, befinden wir uns in der letzten Woche des Monats Schabân. Allmählich nähern wir uns dem Ramadan, der als „König der elf Monate“ gilt, und werden – inschâallah – in der kommenden Woche anfangen zu fasten. Der Ramadan ist ein Monat, in dem die guten Taten reichlich belohnt werden. Aus diesem Grund freuen wir uns jetzt schon auf diese gesegnete Zeit. Wir danken unserem Herrn, dass er uns erneut die Möglichkeit gibt hat, den Ramadan zu erleben. Hoffentlich können wir diese schöne Gabe Allahs in gebührender Weise nutzen. Wir dürfen nicht vergessen, dass seit dem letzten Ramadan viele von uns gegangen sind. Wir können nicht wissen, ob wir nächstes Jahr noch leben werden. Deshalb sollten wir an diesen gesegneten Tagen viel Gutes tun und uns von schlechten Angewohnheiten befreien, so als ob es unser letzter Ramadan wäre.

Liebe Geschwister,

die Koranverse und Hadithe lehren uns ganz offensichtlich, dass das tägliche Gebet ein Zeichen des Glaubens und unentbehrlich im Leben eines Muslims ist. Wir sollten daher besonders die Tage und Nächte des gesegneten Ramadans mit Gebeten verbringen, um unseren persönlichen Mirâdsch zu erleben. Unser Prophet (saw) hat uns mit folgenden Worten dazu angeregt, den Ramadan in einer ihm gebührenden Weise zu verbringen: „Wer aus reinem Glauben und den Lohn von Allah erwartend die Nächte im Ramadan mit Gottesdiensten verbringt, dem werden seine vergangenen Sünden vergeben.“ (Buchârî, İmân, 25, 27)

Eine weitere Besonderheit des Ramadans ist das Tarâwîh-Gebet. Es ist ein freiwilliges Gebet und wird zwischen dem Nacht- und Witr-Gebet verrichtet. Unser Prophet (saw) und seine Gefährten haben dieses Gebet manchmal so lange gebetet, dass sie besorgt waren, die Sahûr-Mahlzeit zu verpassen (Ibni Mâdscha, Ikâmatu’s- Salâ, 173). Und in einer Überlieferung von Abû Hurayra (ra) wird berichtet, dass der Prophet im Ramadan eine Gruppe von Menschen hinter Ubay bin Kâb (ra) beten sah und sagte: „Das, was sie tun, ist richtig und sehr lobenswert!“ (Abu Dawud, Ikamat-u as-Salat, 190).

Verehrte Muslime,

aus diesen Gründen sollten wir, wenn möglich, mit unserer Familie und unseren Gästen, nach dem Iftar-Essen in unsere Moscheen gehen, um uns dort die Tarâwîh-Vorträge anzuhören und gemeinsam das Tarâwîh-Gebet zu verrichten. Somit können wir unseren Kindern die Bedeutung des Tarâwîh-Gebetes näher bringen und ihnen die Traditionen des Ramadans in Europa vermitteln. Unser Ziel sollte es sein, dass sie später schöne Erinnerungen an diese Zeit haben. Im Ramadan sollten wie unsere Moscheen noch öfter besuchen als sonst. Denn diese werden wir auch eines Tages unseren kommenden Generationen hinterlassen. Deshalb sollten wir dafür sorgen, dass unsere Kinder die Moscheen lieben und sie gerne besuchen. Gemäß den Worten unseres Propheten (saw) „Macht es leicht und erschwert nicht.

Bringt frohe Kunde und schreckt nicht ab.“ (Muslim, Dschihad, 4), sollten wir uns aus Respekt vor dem Ramadan für unsere Gemeinschaft einsetzen.

Möge Allah uns ermöglichen, den Ramadan auf eine ihm gebührende Weise zu verbringen! Möge er unsere Gebete, unsere Zakât, unser Fasten und unsere Koranlesungen annehmen! Er möge uns unser Leben erleichtern und uns ein gutes Ende bescheren! Âmîn!

IGMG-Irschadabteilung