Freitagspredigt

Hutba – Ein Muslim ist die Sicherheit für Frieden und Vertrauen

20. Mai 2005

Verehrte Muslime!

Der Islam ist eine Religion, der dem Individuum und der Gesellschaft Frieden und Ruhe bietet. Alle Gebote unseres Glaubens führen hin zu mehr moralischen Werten und bauen den Charakter des Menschen auf. Deshalb sind wir Muslime dazu verpflichtet, mit unserem Verhalten in jeder Hinsicht Vertrauen zu erwecken. Hierfür ist unser geliebter Prophet Mohammed (Friede sei mit ihm) ein Vorbild für uns. Denn wie alle Propheten, die für die Rechtleitung der Menschen gesandt worden sind, war auch er vertrauenswürdig und ehrlich. Die Mekkaner nannten ihn sogar vor seiner Prophetie als Muhammed’ul-Emin, „vertrauenswürdigen Mohammed“. Er log nicht und handelte nicht ungerecht. Er wurde zu einer Gesellschaft gesandt, die ihre moralischen Werte völlig verloren hatte und in der sich die Menschen regelrecht gegenseitig ausbeuteten. Er war beauftragt, diesen Menschen die Anleitung des Korans und den Frieden zu überbringen. Der Koran, der den Menschen sehr viel Wert gibt, legt großen Wert darauf, dass sie sich anhand dieser Werte des Korans entwickeln. Der Koran will damit erreichen, dass die Menschen eine Persönlichkeit entwickeln, die in ihrem Umfeld eine Quelle des Friedens darstellt und sie vor dem Verderben schützt. Der Koran weist darauf hin, dass der Glauben, das Leben, die Familie und das Eigentum des Menschen unantastbar sind und unter Schutz stehen. Er verbietet jedem, diese Rechte auf jegliche Art und Weise zu verletzen.

Liebe Geschwister!

Die Verletzungen dieser natürlichen Rechte führen zu Streitigkeiten und zu Chaos zwischen den Menschen und gefährden den Frieden unter diesen. Deshalb ist kein Muslim dazu befugt, eines dieser Rechte zu verletzen und den Frieden zu stören. In diesem Zusammenhang ist der Muslim die Sicherheit des Friedens und des Vertrauens.

Liebe Brüder und Schwestern!

Wir, als in Europa lebende Muslime sind uns bewusst, dass wir ein Teil des Friedens in der hiesigen Gesellschaft sind, aber leider beobachten wir gleichzeitig, dass uns Muslimen nicht die gleichen Rechte gewährt und diese auch nicht respektiert werden. Insbesondere nach den Anschlägen des 11. Septembers ist der Druck auf die Muslime im Westen gestiegen. Ausländerfeindlichkeit und Rassismus sind drastisch angestiegen. Das Unverständnis für unsere Schwestern, die ein Kopftuch tragen, wächst. Unser Glaube wird zu politischen Zwecken und für Wahlpropaganda missbraucht. Vor den Moscheen werden Ausweiskontrollen durchgeführt und die Moscheebesucher werden schikaniert. Die Gebetsräume der Muslime werden rücksichtslos mit Schuhen betreten. All diese Aktionen sind falsche Verhaltensweisen. Diese Verhaltensweisen verunsichern die Menschen und heben das gegenseitige Vertrauen auf. Außerdem gefährden sie das friedvolle Zusammenleben.

Verehrte Gläubige!

Wir leben in einem multireligiösen und multikulturellen Europa. Vielfalt ist eine Bereicherung für Europa. Wir müssen uns darum bemühen, dass sich die vergangenen kalten Kriege nicht wiederholen. Niemand soll für diese politischen und wirtschaftlichen Kriege und Auseinandersetzungen eine Plattform schaffen.

Liebe Brüder und Schwestern!

Wir alle haben eine Gemeinsamkeit; wir alle sind die Geschöpfe Allah tealas und die Kinder Adams. Die Botschaft des Propheten Noah, Abraham, Moses und Jesus (Friede sei mit ihnen) und des letzten Propheten Mohammed (Friede sei mit ihm) sind die gleiche Botschaft. Er gebot den Schöpfer zu ehren, zu den Geschöpfen barmherzig zu sein und mit Vertrauen und guter Moral zu handeln. Wir sind Muslime! Und als Muslime in dieser Gesellschaft tragen wir zum Frieden bei, indem wir uns an Allah teala halten.

Am Ende meiner Hutba möchte ich euch an einem Vers aus dem Koran erinnern: Er hat euch als Religion anbefohlen, was Er Noah vorschrieb und was Wir dir offenbarten und Abraham und Moses und Jesus auftrugen: am Glauben festzuhalten und ihn nicht zu spalten. Schwer ist für die Götzendiener das, wozu du sie aufrufst. Allah erwählt dafür, wen Er will, und leitet dahin, wer sich reumütig bekehrt.“ (Schura 13)

IGMG Irschad Abteilung

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