Freitagspredigt

Hutba: Einzig Allahs Diener sein

25. Juli 2014

Verehrte Muslime,

der Ramadan, den wir sehnsüchtig erwartet haben und den wir trotz der warmen Tage mit Fasten verbracht haben, neigt sich seinem Ende. Welch Segen für den, der ihn in bester Weise genutzt hat! Leider treffen wir immer wieder auf Menschen, die im Ramadan, außer gefastet zu haben, nichts dazu gewonnen haben. Dabei bringt der Ramadan doch die Möglichkeit, ihn mit Gottesdiensten wie dem Tarâwîh-Gebet zu bereichern.

Liebe Geschwister,

dem Gebot Allahs folgend haben wir gefastet. Im Korn heißt es nämlich: „O ihr, die ihr glaubt! Euch ist das Fasten vorgeschrie-ben, wie es den Menschen vor euch vor-geschrieben war; vielleicht werdet ihr gottesfürchtig.“[1] Zwei Verse weiter heißt es: „Wer von euch in diesem Monat zugegen ist, soll während seines Verlaufs fasten.“[2] Möge Allah unseren Gottesdienst annehmen und uns reichlich belohnen.

Der Ramadan ist die Zeit, in der wir uns selbst prüfen und uns fragen können, wie sehr das Fasten, die Tarâwîh-Gebete und unsere Koranlektüre zu einer besseren Beziehung zu Allah beigetragen haben? Immer wenn wir als Gemeinschaft in der Moschee zusammen-kamen, haben wir über den Ramadan gesprochen. Die Imame haben in ihren Predigten den Ramadan immer wieder neu thematisiert. Doch einzig wenn dieser Ramadan zu unserer Dienerschaft gegenüber Allah beigetragen und diese bereichert hat, erst dann können wir sagen, dass wir den Ramadan erfolgreich verbracht haben.

Haben sich unser moralisches Verhalten, unsere Beziehung zu Allah und unsere Einstellung gegenüber allem Weltlichen nicht verändert, dann ist wohl der Ramadan an uns vorbeigezogen. Das bedeutet: Wir haben die Chance nicht genutzt, etwas in unserem Leben zu verändern.

Verehrte Muslime,

betrachten wir erneut, was Allah uns in der Sure Fâtiha offenbart: Lob sei Allah, dem Weltenherrn, dem Erbarmer, dem Barmherzigen, dem Herrscher am Tage des Gerichts! Dir dienen wir und zu Dir rufen wir um Hilfe.“[3] Preisen wir etwas mehr als Allah? Von wem erwarten wir Vergebung? Und wessen Diener sind wir tatsächlich? Lasst uns in uns gehen und uns fragen, inwiefern der Ramadan uns zu reiferen Menschen gemacht hat. Solange wir das nicht tuen, werden wir unsere Schwächen nicht erkennen und sie nicht überwinden können.

Liebe Geschwister,

wir bemerken es vielleicht nicht, aber jeder einzelne Tag im Jahr ist wie ein Tag im Ramadan. Allah der Allmächtige ist so barmherzig, dass er uns für all die verlorenen Chancen immer wieder neue Möglichkeiten gibt. Der Ramadan war der Monat, der alle Gelegenheiten und Chancen vereinte. Wie glücklich dürfen sich unsere Geschwister schätzen, die genau jene Chancen des Ramadans in bester Weise genutzt haben!

Möge unser Herr uns allen die Möglichkeiten und den Willen geben, diese Chancen in bester Weise zu nutzen. Möge Allah uns nicht vom rechten Weg abbringen und möge er unsere Gottesdienste annehmen.


[1] Sure Bakara, 2:183

[2] Sure Bakara, 2:185

[3] Sure Fâtiha, 1:2-5

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