Freitagspredigt

Hutba: Gleichgewicht zwischen Diesseits und Jenseits

31. Januar 2014

Verehrte Muslime,

unsere heutige Hutba handelt von dem Gleichgewicht zwischen Diesseits und Jenseits.

Liebe Geschwister,

das Leben besteht aus vielen verworrenen Ereignissen. In diesem Gewirre kann jeder schonmal den einen oder anderen Fehler machen. Die wichtigste Aufgabe eines Muslims ist es, Allah zu dienen. Manchmal kann uns der Alltag dazu verleiten, Allah zu vergessen. Doch da wir Muslime unser ganzes Leben darauf aufbauen, Allah zu dienen, sollten wir schnell aus einer solchen Gedankenlosigkeit erwachen.

Andererseits muss der Muslim, als Teil der Gesellschaft in der er lebt, so leben, wie es von ihm verlangt wird. Nur mit dem Unterschied, Allahs Grenzen zu beachten, also im Rahmen des Erlaubten. Im Koran heißt es diesbezüglich: „Und suche mit dem, was dir Allah gegeben hat, die künftige Wohnung, ohne deinen Anteil an dieser Welt zu vergessen. Und tu Gutes, so wie Allah dir Gutes tat, und stifte kein Verderben auf Erden; siehe, Allah liebt nicht die, welche Unheil stiften!“ [1] 

Verehrte Gemeinde,

Arbeite, als würdest du niemals sterben und bereite dich auf das Jenseits vor, als würdest du morgen sterben„ [2], sagte unser Prophet. So kann ein Gleichgewicht zwischen dem diesseitigen Leben und dem Jenseits hergestellt werden. In einem anderen Hadith legt uns der Gesandte Muhammad (s) nahe, unsere Bedürfnisse zu decken, aber das weltliche Leben nicht zum Ziel zu machen. Er sagte: „Sei auf Erden wie ein Reisender.“ [3]

Sinngemäß heißt es im Koran: „Unter den Leuten sagen einige lediglich: „šUnser Herr, gib uns Gutes in dieser Welt!‘ Sie sollen am Jenseits keinen Teil haben. Andere unter ihnen sprechen: „šUnser Herr, gib uns im Diesseits Gutes und im Jenseits Gutes und hüte uns vor der Strafe des Feuers.‘ Diese sollen ihren Anteil haben, ihrem Verdienst entsprechend, und Allah ist schnell im Rechnen.“ [4]

Verehrte Muslime,

weder unser Schöpfer noch sein Gesandter habe verboten, unseren Anteil von den Gaben dieser Welt zu haben. Im Gegenteil, sie regen uns dazu an, diese Gaben zu genießen. Zugleich machen sie uns darauf aufmerksam, dass die Gaben dieser Welt für uns kein vorrangiges Ziel sein dürfen.

Verehrte Geschwister,

das Jenseits ist nicht der Ort des Verdienens, sondern der Ort der Abrechnung und Belohnung. Ein ausgewogenes Leben trägt dazu bei, uns auf das Leben nach dem Tod vorzubereiten. Als Muslime werden wir weder unsere alltäglichen Pflichten vernachlässigen, noch werden wir es versäumen, Vorbereitungen für das Jenseits zu treffen. Möge Allah uns weder zu den Verlierern im Diesseits noch zu denen im Jenseits zählen!


[1] Sure Kasas, 28:77

[2] Dschâmi al-Sagîr, II/12

[3] Buhârî, Rikak, 5

[4] Sure Bakara, 2:200-202

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