Freitagspredigt

Hutba: Hadsch – die große Versammlung

05. September 2014

Verehrte Gemeinde!
In unserer heutigen geht es um den Hadsch. Der Kern dieser Pilgerfahrt ist der Besuch der des Baytullâhs, also des „Hauses Allahs“. Der Hadsch ist zugleich eine große Versammlung.

Liebe Geschwister!
Hadsch bedeutet, die Absicht zu fassen, die Pilgerreise anzutreten und sich anschließend an einem besonderen Ort, zu einer bestimmten Zeit, mit besonderen Handlungen dem Baytullâh zuzuwenden. Den Hadsch ausführen heißt, am neunten Tag des Monats Zû al-Hidscha auf dem Arafat die Wakfa zu verrichten, siebenmal den Tawâf um den Baytullâh zu vollziehen und zwischen den Hügeln Safâ und Marwa den Say auszuführen.[1]

Unser Prophet sagte: „O ihr Menschen! Allah hat euch den Hadsch zur Pflicht gemacht. Also führt den Hadsch aus!“ Allah der Erhabene wendet sich im Koran den Gläubigen zu und sagt: „Und der Menschen Pflicht gegenüber Allah ist die Pilgerfahrt zum Hause, wer immer dazu in der Lage ist.“[2] An Ibrâhîm (a) erging Allahs Befehl: „Und rufe die Menschen zur Pilgerfahrt. Lass sie zu dir kommen zu Fuß und auf allen möglichen flinken Reittieren, aus den fernsten Gegenden. Damit sie die Vorteile davon erfahren können.“[3]

Wer den Hadsch durchführt, verändern sich unweigerlich. Eine geistige Bereicherung ist ihnen anzusehen. Aber das Wichtigste ist, dass man das, was man beim Hadsch erworben hat, in seinem Leben fortführt.

Der Pilger ist Gast Allahs. Dem Gastgeber kommt es zu, den Gast zu beschenken. Da es keinen höheren Gastgeber als Allah geben kann, wird Allah seinen Gast ganz gewiss beschenken.

Verehrte Gemeinde!
Der Hadsch ist ein Bund. Dieser Bund zwischen Allah und den von ihm erschaffenen Seelen wurde geschlossen, als die Seelen auf die Frage Allahs: „Bin ich nicht euer Herr?“ mit „Ja, du bist unser Herr.“ antworteten. Der Hadsch erneuert diesen Bund. Er ist eine Läuterung von allen Sünden. Hierzu sagte unser Prophet: „Wer (den Baytullâh) für Allah besucht, vom Geschlechtsverkehr (und von den Dingen, die zu ihm führen) ablässt und den Weg des Gehorsams und Gottesdienstes nicht verlässt, der ist so wie an dem Tag, an dem seine Mutter ihn gebar.“[4]

Verehrte Muslime!
Der Gesandte Allahs beschrieb die Grundlagen des Islams mit folgenden Worten: „Der Islam basiert auf drei Dingen: dem Bekenntnis, dass es keine Gottheit gibt außer Allah und dass Muhammad sein Diener und Gesandter ist, dem Verrichten des Salâh, der Zakat, dem Hadsch und dem Fasten im Ramadan.“[5]

Im Islam stützen sich die Dinge, die die Ibâdas betreffen, auf das Gebet. Die Dinge, die die Wirtschaft betreffen, basieren auf der Zakat. Die Dinge, die die Moral betreffen, stützen sich auf das Fasten und soziale Themen basieren auf dem Hadsch. Diese vier Pfeiler sind auf dem Grundlage des İmâns.

Der Hadsch ist wie ein Kongress, zu dem sich die Vertreter aller Muslime in Mekka und auf dem Arafat versammeln. Sie ist eine große Versammlung, auf der jedes Jahr die Probleme der Muslimen erörtert und gelöst werden und die im Vorjahr gefassten Beschlüsse überprüft und korrigiert werden. Welch ein Glück für diejenigen, die von dieser großen Versammlung wiederkehren, nachdem sie ihre Fehler eingesehen und ihre Sünden bereut haben.


[1] Sadi Abû Dschayb, Al-Kamûs al-Fikhi, S. 76,77
[2] Sure Âli Imrân, 3:97
[3] Sure Hadsch, 22:27-28
[4] Buhârî, Muhassar, 9-10, Hadsch, 4; Ibn Mâdscha, Manâsik, 3 
[5] Muslim, İmân, 21; Buhârî