Freitagspredigt

Hutba: Halal und Haram – Grundlagen des muslimischen Lebens

27. Oktober 2016 Tasbih Grün Schwarz
Tasbih Grün Schwarz

Verehrte Muslime!
Das Leben jedes Menschen folgt bestimmten Regeln. Das muslimische Leben bleibt in den Grenzen des Erlaubten, also des Halal. Wir verdienen unser Geld halal und geben es halal aus. Auch das Verhältnis zu unseren Mitmenschen, zu anderen Geschöpfen und vor allem zu Allah ist halal. Dabei sind die Maßstäbe unseres Verhältnisses zu Allah der Tawhîd und die Dienerschaft. Die Maßstäbe unserer Beziehung zu anderen Menschen sind Gerechtigkeit, Respekt, Liebe und Barmherzigkeit. Bei Übertreten dieser Grenzen beginnt der Bereich des Haram.

Liebe Geschwister!
Die Grenze zwischen Halal und Haram beschränkt sich nicht nur auf Essen und Trinken, sondern alle Lebensbereiche. So wie wir die Halal-Haram-Grenze in der Beziehung zwischen Mann und Frau nicht übertreten dürfen, müssen wir auch bei den Lebensmitteln achtsam handeln. Im Koran heißt es: „O ihr, die ihr glaubt! Esst von den guten Dingen, mit denen wir euch versorgen, und dankt Allah, so ihr ihm dient“.[1] Damit verpflichtet uns Allah, halal zu verdienen und uns halal zu ernähren. Wir dürfen nicht verschwenderisch sein und achten darauf, unser Geld nur für erlaubte Dinge auszugeben. Unser Prophet ermahnte uns mit folgenden Worten: „Der Mensch hat kein schlechteres Gefäß gefüllt als seinen Magen. Es reichen einige Bissen, um sich aufzurichten, wenn aber unbedingt mehr als das gegessen werden muss, soll der Magen in drei geteilt werden: ein Drittel Essen, ein Drittel Wasser und ein Drittel soll für Luft freigehalten werden.“[2]

Verehrte Muslime!
Wir sollten nicht vergessen, dass unser Handeln uns Allah näherbringen kann und deshalb eine Ibâda ist. Das heißt: Wenn wir nur mit der Absicht arbeiten, halal zu verdienen, ist diese Arbeit eine Ibâda. Wenn wir mit unserem Verdienst unsere Familien versorgen, ist das ebenfalls eine Ibâda. Ja, auch wenn wir uns von etwas Verbotenem wie z. B. Alkohol fernhalten, ist das eine Ibâda. Sich von jeder Art Ungerechtigkeit fernzuhalten und nach Gerechtigkeit zu streben ist auch eine Ibâda. Sogar das freundliche Grüßen kann eine Ibâda sein. Kurz: Alle Bemühungen, die das Ziel haben, im Rahmen des Erlaubten zu bleiben und Allahs Wohlgefallen zu erlangen, sind eine Ibâda

Liebe Geschwister!
Wenn wir nicht so handeln, verlassen wir den Kreis des Halal und betreten den Bereich des Haram. Lasst uns deshalb nicht vergessen: Das Erlaubte zu suchen und das Verbotene zu meiden ist die Grundlage des muslimischen Lebens.

[1] Sure Bakara, 2:172
[2] Tirmizî, Zuhd, 77, Hadith Nr. 2380

Halal und Haram

Hutba-Arabisch