Freitagspredigt

Hutba: Halal und Haram

29. November 2013

Verehrte Muslime,

Allah schenkte uns den Islam und zeigt uns, wie wir ein maßvolles Leben führen können. Den Rahmen hierfür bilden das Erlaubte (Halal) und das Verbotenen (Haram). Diesen Rahmen gilt es beim Einkaufen, bei der Herstellung und dem Verbrauch, und insbesondere bei der Produktauswahl zu beachten.

Liebe Geschwister,

im Islam ist das Arbeiten, die Produktivität, eine gesundheitsbewusste Lebensweise und die Herstellung eines Gleichgewichts in allen Bereichen des Lebens grundlegend. Im Berufsleben gewährleisten wir dies, indem wir pflichtbewusst arbeiten, unsere Zeit sinnvoll nutzen und die Rechte von Arbeitgebern und -nehmern beachten. Bei der Produktion darf man auf keinen Fall Materialien unterschlagen, schwindeln oder beim Verkauf den Preis absichtlich in die Höhe treiben.

In der Wirtschaft gibt der Islam vor, dass die Produktion sich am Verbrauch orientiert. Das Gleichgewicht beim Verbrauch wird entsprechend den Bedürfnissen hergestellt. Die Bedürfnisse werden in drei Bereiche unterteilt: das Notwendige, laufende Kosten und Luxusgüter. Hierbei müssen die Notwendigkeiten bevorzugt und ihre Herstellung erleichtert werden. Bei den laufenden Kosten wird die Qualitäts-steigerung und der Kostenangleich in Bezug auf die Balance zwischen Produktion und Verbrauch beachtet. Luxusgegenstände hingegen müssen in geringer Menge und für einen bestimmten Anlass oder auf Bestellung hergestellt werden. Sparsames Verhalten darf jedoch nicht so weit gehen, dass es zu Geiz führt. Solange wir uns an dieses Maß halten, befinden wir uns im Rahmen des Erlaubten.

Verehrte Muslime,

unsere islamische Identität steht in Beziehung zur Einhaltung der Halal-Haram-Richtlinien in unserem Privat- und Berufsleben. Gut möglich, dass wir unser Geld rechtmäßig verdienen. Doch inwieweit achten wir auf diese Regelungen, wenn wir es ausgeben? Oft haben wir Schwierigkei-ten, das rechtmäßig Verdiente für Erlaubtes auszugeben. Denn die Lebensmittel, die wir täglich verzehren, beinhalten sowohl gesundheitlich bedenkliche als auch unbedenkliche Geschmacksverstärker und Konservierungsstoffe. Sie beinhalten Inhaltsstoffe, die halal oder haram sind.

Unser Prophet sagte: „Wie sollen die Bittgebete jener Menschen angenommen werden, die Verbotenes essen und trinken, Verbotenes anziehen und sich von Verbotenem ernähren?“ (Tirmizî, Tafsîr al-Kur’ân, 37/2989) Wie sehr achten wir beim Essen darauf, ob die Inhaltsstoffe halal oder haram sind? Unsere Kinder müssen wir daran erinnern, dass moralische Werte wie Anstand, Genügsamkeit und Gottvertrauen auch von dem beeinflusst werden, das wir täglich zu uns nehmen.

Verehrte Muslime,

auf dieser Welt gibt es genügend Nahrungsmittel für alle Menschen. Leider ist ein Teil der Weltbevölkerung betroffen. Trotzdem werden wir überall zum Konsum verleitet. Die Werbungen vermitteln, dass Menschen durch den Konsum glücklich werden. Das führt so weit, dass die meisten Menschen sich allein mit dem Finanziellen beschäftigen. Aus diesem Grund sind wir nicht in der Lage, unterdrückte und ausge-beutete Menschen, denen manchmal sogar das Recht auf Leben verweigert wird, unsere helfende Hand zu reichen. Ich bitte Allah um Vergebung und wünsche euch allen ein Leben innerhalb der weiten Grenzen des Erlaubten.

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