Freitagspredigt

Hutba – „Helft einander zur Rechtschaffenheit…“

21. Oktober 2011

Verehrte Muslime,

die Mensch können nicht alle Bedürfnisse selbst befriedigen, ohne in irgendeiner Form von jemandem anderes abhängig zu sein. Zweifellos benötigen sie die Hilfe und Unterstützung von anderen Menschen. Daher lautet ein Prinzip des Islams: Helft einander zur Rechtschaffenheit und Gottesfurcht und nicht zur Sünde und Feindschaft.„ (Sure Mâida, [5:2]) 

Der Koranvers zeigt uns den Maßstab des Helfens. Hilfe soll geleistet werden, wenn sie die Geschwisterlichkeit festigt, die gegenseitige Zuneigung mehrt, Sorgen und Probleme aus dem Weg schafft und der Gerechtigkeit dient. Kurzum: Man soll helfen, wenn es dem Guten dient. Das heißt also auch, dass man eben nicht helfen soll, wenn die Sache zur Sünde, Feindschaft, Neid, Hass und Zwiespalt verleitet. Wo wir auch bei dem Koranvers wären, in dem es heißt:Die da spenden in Freud und Leid und den Zorn unterdrücken und den Menschen vergeben „” und Allah liebt die Gutes Tuenden.„ (Sure Âli Imrân, [3:134]) Allah liebt also jene, die in jeder Situation, Gutes tun.

Verehrte Geschwister,

unser Vorbild, der Prophet Muhammad (saw), sagt: „Seid nicht neidisch aufeinander. Verhandelt nicht um ein Produkt, dass ihr nicht kaufen werdet und treibt somit den Preis nicht hoch, um andere Kunden zu ärgern. Hasst einander nicht und schürt untereinander keinen Hass. Seid nicht beleidigt und wendet euch nicht voneinander ab. Ihr sollt nicht über das verhandeln, was bereits verkauft wurde. O ihr Diener Allahs, seid Geschwister. Der Muslim ist dem Muslim wie ein Bruder;  weder unterdrückt er ihn, noch tut er ihm Unrecht. Auch verweigert er ihm nicht seine Hilfe und schaut nicht mit Missgunst auf ihn.„ Drei Mal zeigte der Gesandte auf seine Brust und sagte: „Die Gottesfurcht (Takwâ) befindet sich hier! Die Gottesfurcht befindet sich hier! Die Gottesfurcht befindet sich hier! Seine Geschwister mit Verachtung und Abschätzigkeit zu betrachten ist dem Muslim als schlechte Tat genug…„ (Riyazu’s Salihin) „Muslime sind Geschwister. Sie behandeln  einander nicht ungerecht und übergeben einander nicht dem Feind. Wer ein Bedürfnis seines Bruders erfüllt, dessen Bedürfnis erfüllt Allah. Wer seinen Bruder aus einer Not befreit, den befreit Allah am Tag des Jüngsten Gerichts von einer Not. Wer die Fehler seines Bruders bedeckt, dessen Fehler bedeckt Allah am Tag des Jüngsten Gerichts.“ (Buchârî, Muslim)

Geschätzte Geschwister,

der Zakat, Fitra und den Spenden liegt der Gedanke des Helfens zu Grunde. Auch das Opfertier (türk. Kurban), dass von den Muslimen jährlich dargebracht wird, wird nach diesem Prinzip durchgeführt. Darauf deutet auch Allah, wenn im Koran steht: Auch das Opfer von Großvieh haben wir euch als ein Symbol Allahs bestimmt. Ihr habt Gutes an ihnen. So sprecht Allahs Namen über ihnen aus, wenn sie gebunden dastehen. Und nachdem sie auf die Flanke gestürzt sind, esst von ihnen und speist den Bittenden wie den (verschämten) Armen. So haben wir sie euch dienstbar gemacht, auf dass ihr dankbar seid.“ (Sure Hadsch, [22:36])

Zu Opferns bedeutet nicht, einmal jährlich bedürftigen Menschen ein Festessen zu ermöglichen. Dieser Gottesdienst ist der Versuch, weltweite Hilfe zu leisten. Wir glauben daran, dass zahlreiche Organisationen dies mit dem Kurban verwirklichen. In diesem Sinne ist unsere Hilfsorganisation, der Hilfs- und Sozialverein (Hasene) bereit, das Fleisch der Opfertierspenden in mehr als 50 Ländern im Namen der Spender darzubringen.

IGMG-Irschadabteilung

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