Freitagspredigt

Hutba: Im Informationszeitalter leben

28. November 2012

Verehrte Muslime,

neue Technologien erleichtern unser Alltagsleben. Beispielsweise ist es heute ohne Probleme möglich, sich Informationen zu einem beliebigen Thema zu beschaffen. Nicht umsonst wird das Zeitalter, in dem wir leben, Informationszeitalter genannt. Das hat natürlich seine Vorteile, solange wir nicht mit unwichtigen Informationen überflutet werden. Denn dann besteht die Gefahr, dass uns diese Informationsflut von wichtigeren Dingen abhält und wir uns zu sehr mit Unwichtigem beschäftigen. Ob etwas wichtig oder unwichtig ist, lernen wir bereits im Kindesalter, indem wir beginnen, zu lesen. Denn das Lesen hilft uns, einen Überblick zu bekommen und eigene Standpunkte und Meinungen zu entwickeln.

Liebe Geschwister,

die Niedersendung des Korans begann mit den Versen: Lies! Im Namen deines Herrn, der erschuf – erschuf den Menschen aus einem sich Anklammernden. Lies! Denn dein Herr ist gütig, der durch die (Schreib-)Feder gelehrt hat – den Menschen gelehrt hat, was er nicht wusste. (Sure Alak, [96:1-5]) Der Islam legt also großen Wert auf Wissen und Bildung. Dieser Geist des Islams motivierte viele Menschen dazu, Wissenschaft zu betreiben und sich mit Kunst und Literatur zu beschäftigen. Dadurch blühten ganze Gesellschaften auf. In diesem Sinne werden in den Geschichtsbüchern die Namen bekannter muslimischer Gelehrter mit goldenen Buchstaben geschrieben. Viele nahmen für die Wissenschaft lange Reisen auf sich. Vieles, was wir heute noch mit Bewunderung lesen, entstand bereits vor Jahrhunderten.

Verehrte Muslime,

wenn wir Muslime in den Bereichen der Kunst und Kultur erneut mitreden möchten, müssen wir uns zunächst das Wissen dieses Zeitalters aneignen, ohne uns dabei von der Informationsflut erdrücken zu lassen. Der Gesandte Allahs erklärte uns bereits vor 14 Jahrhunderten, wie wichtig die Wissensaneignung ist und sagte: „Sich Wissen anzueignen ist für jeden Muslim, ob Frau oder Mann, eine Pflicht.“ (Ibni Mâdschâ, Mukaddima, 17) Bildung führt zu Reife und einer angesehenen Stellung innerhalb der Gesellschaft. Außerdem ist eine gute Bildung der beste Schutz vor der besagten Informationsflut. Denn nur so kann man Informationen selektieren. Wer sich bildet, wird mit Leichtigkeit einen Standpunkt formulieren und dahinterstehen können.

Liebe Geschwister,

wenn wir in der Welt der Bildung und Wissenschaft etwas zu sagen haben möchten, müssen wir unsere eigene Bildung vorantreiben. Danach müssen wir uns um die Bildung unserer Kinder kümmern und ihnen ein gutes Vorbild sein. Unser Prophet, Muhammad (saw), sagte: „Es gibt für mich nichts Gutes an einem Tag, an dem ich kein neues Wissen aneigne, dass mich Allah nähert.“ (Buchârî, Imân, 32) Wir sollten unsere Zeit nicht mit sinnlosen Dingen, die uns weder im Diesseits noch im Jenseits nutzen, vergeuden. Unser Leben ist zu kostbar, um es einfach zu verschwenden.

IGMG Irschadabteilung

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