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Hutba: Ismâîl (a) – Vorbild in Ergebenheit

19. Juli 2019 Tasbih Grün Schwarz
Tasbih Grün Schwarz

Verehrte Muslime!

Das Wort „Taslîm“, also Ergebenheit, hat dieselbe Wortwurzel wie „Islam“. Den Islam anzunehmen bedeutet deshalb auch „Allah ergeben zu sein“. Ein Muslim ist also „ein gottergebener Mensch“. Im Koran heißt es über den Propheten Ibrâhîm (a): „Als sein Erhalter zu ihm sprach: ‚Ergib dich (mir)!’, sprach er: ‚Ich gebe mich völlig dem Erhalter der Welten hin.’“[1] Ibrâhîm (a) und sein Sohn Ismâîl (a) haben uns in schönster Weise vorgelebt, was Ergebenheit und Hingabe gegenüber Allah bedeuten. Dadurch wurden sie zu Vorbildern für alle nachfolgenden Generationen. Im Koran heißt es: „Ihr habt ein schönes Beispiel an Ibrâhîm und den seinigen.“[2]

Liebe Geschwister!

Die Hingabe Ibrâhîms (a) und Ismâîls (a) war so groß, dass weder Feuer noch ein scharfes Messer ihnen etwas anhaben konnten. Ein weiteres Zeichen für ihre besondere Stellung ist, dass wir Muslime seit Jahrhunderten in jedem Gebet die „Salli-Bârik“-Bittgebete sprechen, in denen wir für Ibrâhîm (a) und seine Familie beten.

Ibrâhîm und Ismâîl (a) wurden durch ihre Hingabe gegenüber Allah zu beispiellosen Vorbildern. Ibrâhîm (a) zeigte die höchste Form der Opferbereitschaft, weil er sogar bereit war, seinen eigenen Sohn für Allah zu opfern. Ismâîl (a) hingegen setzte für Allah sein Leben aufs Spiel. Beide waren bereit, für Allah alles aufzugeben.

Diese Ergebenheit sollten wir Muslime uns zum Vorbild nehmen. Vater und Sohn suchten nie Ausreden, sondern leisteten den Geboten Allahs ohne Wenn und Aber Folge.

Verehrte Muslime!

Es gibt viele Dinge, in denen Ismâîl (a) vor allem auch für junge Menschen ein Vorbild ist. Als Ismâîl (a) zusammen mit seinem Vater die Kaaba baute, sprachen sie folgendes Duâ: „O unser Erhalter! Mache uns dir ergeben und aus unserer Nachkommenschaft eine Gemeinde von Gottergebenen. Und zeige uns unsere Riten und kehre dich uns zu; denn du bist der Vergebende, der Barmherzige.“[3] Ibrâhîm und Ismâîl (a) beteten also nicht nur für ihre eigene Sicherheit und Rettung, sondern auch für die Rechtleitung der Generationen, die nach ihnen kommen werden.

Ismâîl (a), der im Koran als ein „gutmütiger Sohn“ beschrieben wird, erfüllte seine religiösen Pflichten in bester Weise. Er hielt seine Versprechen. Er war stets geduldig, aufrichtig und gehorsam. Er war ein Mensch, der sich Allah vollkommen hingab.

Nachdem die Kaaba fertiggestellt war, stellte sich Ismâîl (a) in ihren Dienst. Jugendliche, die Ismâîl (a) zum Vorbild nehmen wollen, engagieren sich in den Moscheen, denn diese gelten als ein Zweig der Kaaba. Ismâîl (a) zu folgen bedeutet also, sich aktiv einzusetzen. Jugendliche sollten sich nicht den Verlockungen dieser Zeit ergeben, sondern ihren Verstand und ihre Vernunft zum Wohlgefallen Allahs einsetzen.

Möge Allah uns die Treue Ibrâhîms (a) und die Ergebenheit Ismâîls (a) zuteilwerden lassen. Mögen wir zu jenen gehören, die beide zum Vorbild nehmen. Âmîn.

[1] Sure Bakara, 2:131
[2] Sure Mumtahina, 60:4
[3] Sure Bakara, 2:128

Hutba-Ismaîl (a) – Vorbild in Ergebenheit

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