Freitagspredigt

Hutba: Kurban und das Kurbanfest

15. Oktober 2013

Verehrte Muslime!

Die wichtigsten gesellschaftlichen Anlässe/Feiertage im Islam sind die Ramadan- und Kurbanfesttage. Unser Prophet (s) berichtete, dass diese Tage ein Geschenk Allahs an die Muslime seien. Die wichtigste Besonderheit der Festtage ist ihr vereinender Charakter. Aus diesem Grund feiern/begehen die Muslime die Feiertage mit ihrer Familie, Bekannten und Freunden zusammen.

Verehrte Muslime!

Das Kurbanfest ist eine Gelegenheit für die Muslime, die sich nicht auf der Hadschreise befinden und als wohlhabend gelten, ein Opfertier zu schächten und es an die Bedürftigen sowie an Freunde und Bekannte zu verteilen. Damit pflegen sie ihre Freundschaften.

Ein Großteil der in Europa lebenden Muslime, nahm an der Kurbankampagne teil und ließ ihre Kurbanspenden den Bedürftigen zukommen. Damit zeigten sie nicht nur ein Bespiel für Geschwisterlichkeit, sondern verrichteten eine gute Tat. Doch neben diesen guten Taten müssen Muslime auch ihren Kindern die Besonderheiten der Festtage vermitteln und sie mithilfe von speziellen Aktivitäten in ihrer Identitätsentwicklung fördern. Denn Kurban hat nicht nur das Ziel, Bedürftigen Muslimen zu helfen, sondern auch die Symbolik dahinter zu verstehen, nämlich die Nähe und die absolute Hingabe zu Allah.

Liebe Geschwister!

Die entsprechenden Verse in der Sure Hadsch und die Sunnah des Propheten zeigen deutlich, dass das Kurbanfest nicht nur Verzehr und Spenden von Kurbanfleisch bedeutet. Ein Opfertier zu schächten, ist vor allem ein Gebot Allahs. Neben der Sure Kawthar „Darum bete zu deinem Herrn und opfere!“ (Kawthar, 108:3) gibt es in der Sure Hadsch Hinweise auf das Kurban-Gebot: „Allen Völkern gaben wir Opferriten, damit sie Allahs Namen über dem Vieh aussprächen, mit dem wir sie versorgten“  (Sure Hadsch, 22:34).

  

Opfertiere werden im Namen Allahs geschächtet und das Fleisch verzehrt. In einem anderen Koranvers heißt es: „Und nachdem sie auf die Flanke gestürzt sind, esst von ihnen und speist den Bittenden wie den (verschämten) Armen.“ (Sure Hadsch, 22:36) Alle Bedürftigen haben also ein Recht darauf, ein Teil von den geschächteten Opfertieren zu bekommen. Wir europäischen Muslime bemühen uns, dieser Aufgabe nachzukommen und die Kurbanspenden zu verteilen.

In dem erwähnten Vers wird nicht nur auf die Pflicht der Kurban-Schächtung hingewiesen, sondern auch die eigentlich Absicht dahinter beschrieben: „Weder ihr Fleisch noch ihr Blut erreicht Allah, jedoch erreicht ihn eure Frömmigkeit“ (Sure Hadsch, 22:37).

Verehrte Muslime!

Es gibt bestimmte Voraussetzungen für den Kurban. Wenn diese Voraussetzungen nicht erfüllt werden, hat es keinen Unterschied zu einem anderen Opfertier.

Ein Kurban muss für das Wohlgefallen Allahs geschächtet werden, darüber hinaus bestimmte Kriterien erfüllen, was das Alter und die Gesundheit angeht, und an bestimmten Tagen (Eyyam-i Nahr) geschächtet werden. Diese beginnen nach dem Festtagsgebet am 10. Tag des Zilhidscha-Monats.

Unser Prophet (s) hat selber zwei Opfertiere geschächtet. Eins im Namen seiner Familie und eins im Namen der Umma. (Buhari, Kurban 5554; Nesai, Kurban, 4385; Ibn Mace, Kurban 3121)

Liebe Geschwister!

In diesem Sinne möchten wir allen Muslimen besinnliche Festtage wünschen. Wir hoffen, dass anlässlich des Kurbanfestes unser Band der Geschwisterlichkeit gestärkt wird und die Kriege, Konflikte und Unruhen in den verschiedenen Regionen der Erde ein Ende finden.

IGMG Irschadabteilung

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