Freitagspredigt

Hutba: Mit dem Friedensgruß Barmherzigkeit verbreiten

21. März 2014

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Verehrte Muslime,

unsere heutige Hutba handelt vom Friedensgruß. In dem rezitierten Koranvers heißt es: „Und wenn jene zu dir kommen, die an Unsere Botschaft glauben, so sprich: „šFrieden sei mit euch‘.“ [1]

Liebe Geschwister,

„Salam“ (Frieden) ist zugleich einer der Namen Allahs. Wenn Muslime einander mit „Assalâmu alaykum“ begrüßen, dann sagen sie eigentlich: „Allahs Friede sei mit dir, mögest du von allem Schlechtem beschützt werden.“ Einander zu grüßen ist also eine Form des Duâ. Jemanden zu grüßen ist Sunna, den Gruß zu erwidern ist Farz. Als unser Prophet gefragt wurde: „Wenn sich zwei Männer begegnen, wer muss zuerst grüßen?“, antwortete er: „Derjenige der Allah näher ist.“ [2] In einem anderen Hadith heißt es: „Der beste Mensch ist der, der zuerst grüßt.“ [3]

Liebe Geschwister,

der islamische Gruß ist ein Duâ, der uns Allah näher bringt und die Beziehung zwischen den Muslimen stärkt. Unser Prophet Muhammad (s) erklärte: „Ihr werdet nicht ins Paradies kommen, wenn ihr nicht glaubt, und ihr werdet nicht glauben, solange ihr euch nicht gegenseitig liebt. Soll ich euch sagen, was ihr tun müsst, um einander zu lieben? Verbreitet den Friedensgruß.“ [4] Es kann sein, dass der moderne Mensch sich zunehmend von seinen Mitmenschen entfremdet. Die zwischenmenschlichen Beziehungen sind vielleicht nicht mehr stark und insbeson-dere der Gruß zwischen Fremden wird vielleicht immer seltener. Ein Muslim darf den Friedensgruß jedoch nicht vernachläs-sigen. Unser Prophet antwortete auf die Frage, welche Tat die am meisten gesegnete ist: „Jemandem etwas zu essen zu geben und Menschen, die du kennst und nicht kennst zu grüßen.“ [5]

Vor diesem Hintergrund sollte die Verbreitung des Friedensgrußes als ein wichtiges Anliegen betrachtet werden. Schließlich ist ein Salam mehr als ein normales Grußwort. Der Salam ist ein Segenswunsch und das Versprechen, dass von uns nichts Schlechtes ausgeht. Der Salam ist nicht nur eine Grußformel, sondern eine Haltung.

Verehrte Muslime,

natürlich wird unser Gruß manchmal nicht erwidert. Das darf uns trotzdem nicht davon abhalten, zu grüßen. Um ein Beispiel aus der Zeit unseres Propheten zu geben: Einer der Gefährten Muhammads (s) beschwerte sich bei Abû Zar: „Ich bin Abdurrahman bin Ummu al-Hakam begegnet und habe ihn gegrüßt, doch er hat den Gruß nicht erwidert.“ Darauf antwortet Abû Zar: „Du hast keinen Nachteil zu befürchten. Dein Friedensgruß wurde von dem Engel auf seiner rechten Seite erwidert.“ [6]

Den Friedensgruß zu verbreiten ist eine 1400-jährige Praxis, die das geschwis-terliche Band unter uns Muslimen festigen soll. Wir alle können unsere Beziehungen stärken, indem wir diese Praxis fortsetzen. Möge Allahs unendlicher Frieden, Barm-herzigkeit und Segen mit uns, unserer Familie und der Umma sein!


[1] Sure An’âm, 6:54

[2] Abû Dâwûd, Adab, 122

[3] Abû Dâwûd, Adab, 144

[4] Müslim, İmân, 93

[5] Buhârî, Adab al-Mufrad, 1013

[6] Buhârî, Adab al-Mufrad, 1038

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