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Hutba: Mukâbala – eine prophetische Sunna

16. Mai 2018 Koran Tasbih Grün
Koran Tasbih Grün

Verehrte Muslime!

Wer dem Propheten folgt, der wird das Wohlwollen Allahs gewinnen. Unserem Propheten wurde mit dem Koran ein göttlicher Ratgeber gesandt, der uns den rechten Weg zeigt. Unser Prophet bemühte sich darum, dass wir die Worte des Korans richtig lesen und seine Bedeutung verstehen. In jedem Ramadan trugen sich Dschibrîl (a) und unser Prophet den Koran gegenseitig vor. Diese Tradition nennt man Mukâbala.

Liebe Geschwister!

Jeder Gläubige sollte lernen, den Koran mit Tadschwîd zu lesen. Im Ramadan, dem Monat des Korans, lesen wir den Koran zu Hause oder in der Moschee, am besten einen halben Dschuz täglich, mindestens aber eine Seite. Dies sollten wir auch außerhalb des Ramadans fortführen. Dies sollten wir als unsere Pflicht ansehen. In einem Koranvers heißt es: „… und trage den Koran vor, bedächtig und deutlich“.[1] Diese Sunna in unser Leben aufzunehmen, wird sowohl unser Inneres als auch unser Äußeres verschönern. Unser Prophet sagte: „Wer nicht ein wenig vom Koran im Herzen trägt, gleicht einer Ruine.[2]

Verehrte Muslime!

Den Koran wirklich zu lesen bedeutet, seine Worte zu verstehen, an seine Botschaft zu glauben und sie umzusetzen. Wenn wir die Botschaft des Korans kennen und danach handeln, können wir andere Menschen in unserem Umfeld anleiten, ihnen Rat geben und ihnen den Islam näher bringen.

Den Koran nur vorzutragen ist verdienstvoll, aber um das eigentliche Ziel zu erreichen müssen wir uns bemühen, zu verstehen, was Allah von uns verlangt. Denn nur, wenn wir den Koran als göttliche Weisheit und die Sunna des Propheten in unserem Leben an die erste Stelle setzen, können wir den rechten Weg finden.

Liebe Geschwister!

Allah verspricht uns: „Dieser Koran leitet gewiss zu dem, was richtig ist, und verheißt den Gläubigen, die das Rechte tun, großen Lohn. Aber denen, die nicht an das Jenseits glauben, haben wir schmerzliche Strafe bereitet.[3] In diesem Vers stellt Allah uns vor die Wahl zwischen Paradies und Höllenfeuer. Was wir wählen, werden wir auch erhalten. Also sollten wir uns auf das Paradies konzentrieren.

Jene, die den Koran lesen, seine Botschaft verstehen und danach leben, dürfen sich glücklich schätzen! Lasst uns deshalb den Ramadan zum Monat des Korans machen!

Verehrte Muslime!

Wir alle verfolgen die traurigen Nachrichten aus dem Gazastreifen, wo die Bevölkerung unter dem maßlosen und brutalen Vorgehen der israelischen Regierung leidet. Auch die Politik der USA ist verantwortungslos und nichts als reine Provokation. Wir verurteilen die maßlose Gewalt und den Terror gegenüber unschuldigen Zivilisten aus tiefstem Herzen. Das Vorgehen trägt nicht in geringster Weise zum Frieden in der Region bei, sondern gießt immer mehr Öl ins Feuer.

Die palästinensische Bevölkerung erlebt den Ramadan in Trauer. Ihre Trauer ist auch unsere Trauer. Im Geiste und mit unseren Gebeten sind wir bei ihnen, vor allem jetzt im Ramadan, dem Monat der Barmherzigkeit, des Teilens und der Vergebung.

Die EU, insbesondere Deutschland, Frankreich und Großbritannien, aber auch die Staaten Asien und Afrikas müssen den Palästinensern beistehen. Sie müssen die menschenverachtende Gewalt gegenüber der palästinensischen Bevölkerung verurteilen und Maßnahmen ergreifen, um der Gewalt ein Ende zu setzen.

Während auf der einen Seite Menschen sterben und leiden, werden auf der anderen Seite prächtige Feste gefeiert. Diese zutiefst bedrückende Szene darf nicht zur Normalität werden. Sie widerspricht unserem Verständnis von Menschenwürde und verhöhnt die Weltöffentlichkeit.

Wir Muslime werden alle unterdrückten Menschen, ob nun in Arakan, Kaschmir oder Palästina, in unsere Gebete einschließen.

[1] Sure Muzzammil, 73:4
[2] Tirmizî, Fadâil al-Kur’ân, 18; Dârimî, Fadâil al-Kur’ân, 1
[3] Sure Isrâ, 17:9-10

Hutba-Mukabala -­ eine prophetische Sunna

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