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Hutba: Mukâbala und Zakat

09. Mai 2019 Koran Seite Tasbih Holz
Koran Seite Tasbih Holz

Verehrte Muslime!

In der heutigen Hutba geht es um zwei wichtige Themen, nämlich die Mukâbala und die Zakat. „Mukâbala“ bedeutet wörtlich „antworten“, „erwidern“. Den Koran während des Ramadans zu Hause oder in der Moschee vollständig zu lesen ist eine Sunna unseres Propheten. Denn der Ramadan ist nicht nur der Monat des Fastens, sondern auch der des Korans. Im Ramadan begann nämlich die Herabsendung des Korans.

Unser Prophet gab die offenbarten Koranverse nicht nur an seine Gefährten weiter, er lehrte sie auch, den Koran richtig zu rezitieren. Im Ramadan kam unser Prophet mit Dschibrîl (a) zusammen, um sich gegenseitig die bereits offenbarten Verse und Suren vorzutragen. Vor dem Ableben unseres Propheten taten sie dies sogar zweimal. An dieser letzten Mukâbala nahmen auch Prophetengefährten wie Zayd bin Sâbit (r) teil.[1]

Liebe Geschwister!

Die Mukâbala-Tradition geht also auf unseren Propheten zurück. Den Koran zu lesen und seiner Rezitation zuzuhören, gilt als äußerst verdienstvoll. Im Koran heißt es diesbezüglich: „Diejenigen, welche Allahs Buch vortragen und das Gebet verrichten und von dem, womit wir sie versorgten, im Verborgenen und öffentlich spenden, rechnen mit einem Handel, der bestimmt nicht misslingen wird“[2]
An einer anderen Stelle heißt es: „Und wenn der Koran verlesen wird, so hört zu und schweigt, damit ihr Barmherzigkeit findet.“[3] Wer also den Koran liest oder ihm zuhört, kann auf Barmherzigkeit und Lohn von Allah hoffen.

Unser Prophet sagte: „Für jeden gelesenen Buchstaben aus dem Buch Allahs gibt es eine Belohnung. Eine gute Tat wird mit dem zehnfachen belohnt. Ich sage nicht, dass Elif, Lâm, Mîm zusammen einen Buchstaben ergeben. Elif ist ein Buchstabe, Lâm ist ein Buchstabe und Mîm ist ein Buchstabe.“[4] Deshalb sollten wir dem Koran nicht nur selbst lesen, sondern auch andere dazu einladen, damit auch sie vom Segen der Mukâbala profitieren können.

Verehrte Muslime!

Der Ramadan ist auch der Monat der Wohltaten. Dazu gehört insbesondere die Entrichtung der Zakat. Die Zakatpflicht kann man zu jeder Zeit im Jahr nachkommen. Wer aber vom Segen des Ramadans profitieren möchte, sollte seine Zakat in diesem Monat entrichten.

Als Ibn Abbas (r) über die Großzügigkeit des Propheten sprach, sagte er: „Der Gesandte Allahs war der Großzügigste aller Menschen, und den Höhepunkt seiner Großzügigkeit erreichte er im Ramadan, wenn er sich Dschibrîl traf. Das Treffen fand an jedem Ramadan-Tag statt, bis der Monat zu Ende ging. Der Gesandte Allahs war in seiner Großzügigkeit schneller als der unhaltbare Wind.“[5]

Auch wir sollten dem Vorbild unseres Propheten folgen. Dazu gehört auch seine Großzügigkeit. In diesem Sinne sollten wir schon jetzt unsere Zakat-Abgabe berechnen und sie um Allahs Willen sofort entrichten, damit unsere sie so schnell wie möglich Bedürftigen und Armen zugutekommt. Möge Allah alle unsere guten Taten annehmen.

[1] Baghawî, Scharh as-Sunna, 4/526
[2] Sure Fâtır, 35:29
[3] Sure A’râf, 7:204
[4] Tirmizî, Fazâil al-Kur’ân, 16, Hadith Nr. 2835
[5] Buhârî, Sawm, 7, Hadith Nr. 1769

Hutba-Mukabala und Zakat

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