Freitagspredigt

Hutba – Muslime haben vertrauensvoll zu sein

11. Mai 2012

Verehrte Muslime,

unser Prophet beschreibt den Muslim mit folgenden Worten: „Muslim ist, vor dessen Zunge (Wort) und Hand (Tat) die Menschen sicher sind.“ (Tirmizî, İmân, 12) Demnach muss er darauf achten, gut mit den Menschen in seiner Umgebung zurechtzukommen und darf niemandem Schaden zufügen. Ein Muslim hat der Gesellschaft nützlich zu sein. Dies gehört zu den wichtigsten Aufgaben und Eigenschaften eines jeden Muslims. Infolgedessen ist das Hab und Gut, das Leben und die Würde aller Menschen geschützt, egal ob Muslim oder nicht.

Damit das aber gewährleistet werden kann, haben Muslime vertrauensvoll, zielstrebig und verlässlich zu sein – in ihren Worten wie auch in ihren Taten. Unser Schöpfer sagt, dass ein Muslim Vertrauen erwecken soll. Im Koran werden Muslime als jene beschrieben, die das ihnen anvertraute Vermögen bewahren und ihr Versprechen erfüllen.(Sûre Mu’minûn, [23:8]) Und in einer Überlieferung unseres Propheten (saw) heißt es ganz deutlich: „Wer nicht vertrauensvoll ist, hat keinen wahrhaftigen Glauben.“ (Ahmad bin Hanbal, Musnad, III, 135)

Liebe Geschwister,

die Muslime sind bemüht, sich diese Eigenschaft zu Eigen zu machen. Währenddessen versuchen rechtsradikale Gruppierungen mit unterschiedlichen Provokationen, vor allem in Deutschland, vor unseren Moscheen, die Aufmerksamkeit auf sich zu lenken. Was es mit solchen Provokationen auf sich hat, ist klar. Diese Gruppierungen möchten die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit. Sie möchten Stimmen für die bevorstehenden Wahlen sammeln. Und je mehr Vorfälle es im Rahmen der Kundgebungen gibt, desto mehr wird auch das Interesse der Medien geweckt.

Wir sind uns dessen bewusst und werden uns nicht auf dieses Spiel einlassen. Deshalb rufen wir all unsere Geschwister dazu auf, Ruhe zu bewahren und gelassen zu bleiben. Ansonsten würden wir nämlich den Provokateuren in die Arme spielen. Und das würde alle Muslime in eine schwierige Lage bringen.

Verehrte Geschwister,

die beste Antwort auf diese Provokationen ist, sie zu ignorieren. Das heißt aber nicht, dass wir keine Antwort darauf hätten. Unsere Reaktion sollte sich nach den Maßstäben des Korans und der Sunna richten. Wir sind Teil der europäischen Gesellschaften. Unsere Aufgabe ist es, fern von jeder extremen Haltung, in Deutschland, Holland, Frankreich und den anderen Ländern Europas, unsere religiösen, sozialen und kulturellen Dienste fortzuführen, um somit den Menschen nützlich zu sein. Wir müssen uns bemühen, dem Schlechten mit Gutem zu begegnen und somit das Wohlgefallen der Menschen, aber – was noch viel wichtiger ist – das Wohlgefallen Allahs, unseres Schöpfers, zu erlangen. Möge Allah uns alle vor jeder Form des Schlechten behüten.

IGMG-Irschadabteilung

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