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Hutba: Muslimisches Leben im Westen

26. Dezember 2016 Rahla
Rahla

Verehrte Muslime!
Keiner von uns kann entscheiden, wo wir auf die Welt kommen, wo wir leben und welcher Nation wir angehören möchten. So oder so ist es unsere Aufgabe, ein Leben im Sinne eines guten Muslims zu führen. Das gilt auch, wenn das Land, in dem wir leben, nicht immer zu unseren Werten passt. Als Muslime folgen wir dem Weg unseres Propheten Muhammad (s), der uns in allem ein gutes Vorbild ist.

Liebe Geschwister!
Ein Muslim folgt den Geboten des Korans und der Sunna, egal wo er lebt. Er bemüht sich, ein Vorbild für andere zu sein. Wenn wir uns heute aber umschauen, sehen wir, dass die Wahrnehmung des Islams von Tag zu Tag negativer wird und Muslime ausgegrenzt werden. Deshalb müssen wir uns als Muslime fragen, was wir falsch gemacht haben.

Verehrte Muslime!
Betrachten wir das Leben des Gesandten Allahs vor seiner Berufung zum Propheten: Von jedem in seiner Umgebung wurde er als „Muhammad al-Amin“, also der „vertrauenswürdige Muhammad“ wahrgenommen. Das sollte auch für uns gelten. Unser Prophet sagte: „Der Muslim ist derjenige, vor dessen Hand und Zunge alle Menschen sicher sind. Und der Gläubige ist derjenige, vor dem Leben und Besitz aller Menschen in Sicherheit sind.“[1]

Liebe Geschwister!
Trotz aller Sorgen und Not blieb unser Prophet der vertrauenswürdigste und gerechteste Mensch seiner Zeit. Wir als Muslime sind dazu verpflichtet, in dem Wohnhaus, in dem wir leben, an unserem Arbeitsplatz, in der Schule und überall, wo wir mit anderen in Kontakt treten, ein moralisches Vorbild zu sein. Ein solches Verhalten ist übrigens die beste Antwort auf Islamfeindlichkeit.

Wir sollten die erste Person sein, die unserem Nachbarn, Arbeitskollegen oder Schulfreund einfällt, wenn er sich jemandem anvertrauen möchte. Wie, wenn nicht als Muslime wollen wir denn in dieser Gesellschaft einen Platz finden? Als Muslime sollten wir Menschen sein, auf vertraut werden kann.

Verehrte Muslime!
Im Koram heißt es: „Und er ist es, der die beiden Gewässer frei fließen lässt, das eine süß und frisch, das andere salzig und bitter. Doch zwischen beide hat er eine Scheidewand und eine trennende Schranke gesetzt.“[2] Wenn wir selbst unter den widrigen Bedingungen, in denen wir in dieser Gesellschaft leben, ein muslimisches Leben führen, besteht die Hoffnung, dass wir das im Vers erwähnte süße Wasser im Jenseits als Lohn erhalten.

Wir dürfen nicht vergessen, dass wir mit unserem Handeln und unseren Worten den Islam vertreten. Wir haben es in der Hand, die Wahrnehmung bezüglich des Islams in unserer Gesellschaft zu verändern.

[1] Nasâî, Sunan, Sifat al-Mu’min, 11. Hadith Nr. 4995
[2] Sure Furkân, 25:53

Hutba-Arabisch

Hutba-Muslimisches Leben im Westen