Freitagspredigt

Hutba – Silâ-i Rahîm

15. Juni 2007

Verehrte Geschwister,
vor uns liegt wieder die Urlaubsaison und viele von uns werden mit dem Auto, dem Flugzeug oder per Schiff verreisen. Einige von uns werden veilleicht nicht in die Türkei, sondern in andere Länder verreisen, um sich dort zu erholen. Widerrum andere werden zusammen mit ihrer Familie eine Umra antreten und ihren Urlaub auf diese Weise nutzen. Doch der größte Teil unserer Brüder und Schwestern wird sich in die Türkei begeben. In dieser Hutba soll auf die Möglichkeit aufmerksam gemacht werden, den Urlaub, der an sich weder gut noch schlecht ist, in eine Art Gottesdienst, also eine Ibâda, zu verwandeln. Denn unser Prophet, der Gesandte Gottes Muhammad (saw) hat gesagt: „Die Taten werden gemäß den Absichten beurteilt.“ (Buchârî)

Verehrte Geschwister,
Diejenigen unter euch, die eine Reise antreten werden, sollten diese nicht mit der Absicht machen sich vom Arbeitsleben zu erholen und eine schöne freie Zeit zu genießen. Vielmehr sollten sie diese Reise in der Absicht dessen, was wir Silâ-i Rahîm nennen, tun, indem sie ihre geschwisterlichen Beziehung zu ihren Freunden pflegen und ihre Verwandten besuchen. Denn nur dann wird jeder Schritt, jeder Atemzug und jeder Pfennig, der auf diesem Weg ausgegeben wird, als Gottesdienst (Ibâda) und Wohltat (Sadaka) eingestuft. Denn Silâ-i Rahîm ist ein Gottesdienst (Ibâda). So befielt uns Allah, uns um unsere Verwandten zu kümmern und verbietet das Gegenteil: „Siehe, Allah gebietet, Gerechtigkeit zu üben, Gutes zu tun und die Nahestehenden zu beschenken. Und Er verbietet das Schändliche und Unrechte und Gewalttätige. Er ermahnt euch, euch dies zu Herzen zu nehmen.“ [16:90] Ebenso betonte der Gesandte Gottes den Silâ-i Rahîm wie folgt: „Verwandschaftlichkeit befindet sich beim Thron. Sie sagt: Wer sich um mich kümmert, um den kümmere sich Allah. Wer mich verlässt, den verlasse Allah.“ (Muslim, Bir, 17) „Wer viele gaben und ein spätes Ende wünscht, sollte sich um seine Verwandtschaft kümmern.“ (Buchârî, Âdâb, 12)

Verehrte Muslime,
Sila heißt soviel wie „erreichen“, „wiedersehen“ und „Band“. Rahîm hat die Bedeutungen „Gnade“, „Schutz“ und „Güte“. Ausgehend von diesen Bedeutungen können wir sagen, dass Silâ-i Rahîm heißt, die Rechte der Verwandten, angefangen von Vater, Mutter, Großvater, Großmutter, Geschwistern, Onkeln, Tanten, Kusinen und entfernteren Verwandten zu beachten, ihnen sowie finanziell als auch geistig beiszustehen, behilflich zu sein und sich um sie zu sorgen. Wie den Versen und Hadithen zu entnehmen ist, hat derjenige, der seinen Urlaub mit dieser Absicht antritt, Allahs Gebot erfüllt und einen Gottesdienst geleistet. Das Wort Rahîm ist dabei auch ein Abbild des Namens Rahmân. Deshalb wird diese Gnade, Güte und dieses Erbarmen gegnüber unseren Verwandten in jeder Hinsicht eine Quelle für Gnade, Allahs Wohlwollen und Segen werden.

Verehrte Geschwister,
vor allem für unsere Jugendlichen, die in Europa geboren wurden, hier aufwachsen und ihre Ausbildung erhalten, ist es eine Quelle der Motivation die Heimat ihrer Väter und Großväter sogar bis zu deren Gräbern kennenzulernen. So werden sie sich ihrer Wurzeln und Kultur bewusst, und indem sie ihre Verwandten kennenlernen, werden sie eine völlig neue Umwelt. Nachdem sie religiöse und historische Orte und Werke gesehen haben, werden sie sich geistig gestärkt fühlen. Sie werden islamische Bräuche und Traditionen lernen. Wenn die von Zeit zu Zeit gegebenen Spenden über die Jugendlichen getätigt werden, kann damit der Gedanke Armen und Bedürftigen zu helfen, gestärkte werden. So wird unsere Jugend mit ganz anderen Gedanken zurückkehren. Während wir unseren Geschwistern, die mit diesen Gedanken ihren Urlaub antreten, eine gute Reise wünschen, bitten wir Allah, dass er uns viele Anlässe gibt, unseren Urlaub in einen Gottesdienst (Ibâda) zu verwandeln.

IGMG – Irschad-Abteilung

[supsystic-social-sharing id="1"]