Freitagspredigt

Hutba – Teil unserer Tradition: die gesegneten „Drei Monate“

24. Mai 2012

Verehrte Muslime,

die drei Monate Radschab, Schabân und Ramadan haben in der islamischen Tradition einen besonderen Stellenwert. Man bezeichnet sie als die gesegneten „Drei Monate“. Innerhalb dieser Monate befinden sich die Regâib-Nacht, die Mirâdsch-Nacht, die Berât-Nacht und die Kadr-Nacht. Die Muslime sehnen sich nach dieser segenvollen Zeit und versuchen sie bestmöglich zu nutzen. Möge Allah unsere Bittgebete (Duâ) und Gottesdienste (Ibadât) annehmen und uns zu denen zählen, die an dem Segen dieser Monate teilhaben.

Liebe Geschwister,

die gesegneten Drei Monate sind von großer Bedeutung für die muslimische Gemeinschaft. Die Monate Radschab und Schabân sind die Vorboten des Ramadans, des wichtigsten Monats der Muslime im Jahr. So bereiten sich die Muslime im Radschab und Schabân geistig auf den Ramadan vor. Wir sollten den Wert dieser Zeit zu schätzen wissen, um uns bestmöglich auf den Fastenmonat einstellen zu können – ganz nach dem Vorbild unseres Propheten. Die Monate Radschab und Schabân sind die Monate, in denen der Gesandte Allahs am meisten gefastet hat. Aischa (ra) erzählt: „Der Gesandte Allahs fastete in keinem Monat mehr, als im Schabân und sagte: „šTut das, wozu ihr in der Lage seid. Denn solange ihr es nicht leid seid, wird auch Allah euch nicht so behandeln. Bei Allah ist die Handlung wertvoll, die regelmäßig gemacht wird, auch wenn sie nur gering ist.‘ (Buchârî, Sawm, 52)

Verehrte Geschwister, 

neben der religiösen Bedeutung spielen die Drei Monate sowie die islamischen Feste und gesegneten Nächte auch eine kulturell wichtige Rolle, insbesondere für uns Muslime in Europa. Denn durch sie können wir religiöse und kulturelle Traditionen an unsere Kinder und Jugendlichen weiter-geben und unsere Gemeinschaft pflegen. Das heißt, diese Tage und Nächte sind ein Teil der islamischen Kultur und Identität, die in Europa entsteht bzw. fortgeführt wird. Wenn man sich das klar macht, wird man verstehen, dass es äußerst sinnvoll und notwendig ist, religiösen Festtagen und Nächten eine größere Bedeutung zukommen zu lassen. Unseren Moscheen kommt hierbei die Aufgabe zu, diese Anlässe besser wahrzunehmen und umfangreichere Veranstaltungen zu organisieren.

Deshalb sollten wir uns in den kommenden Monaten persönlich und als Moschee umfassend auf den Ramadan vorbereiten. Unser Ziel sollte es sein, dass unsere Beziehung zu unserem Schöpfer gefestigt wird, unsere Gottesdienste angenommen und alle unsere Bemühungen im Sinne Gottes sein mögen. Möge Allah unsere Bittgebete annehmen. Möge er den Muslimen wie auch allen anderen Menschen nur Gutes geben. Wir möchten unsere Hutba mit einem Bittgebet unseres Propheten Muhammad (saw) beenden. Unser Prophet sprach: „O Allah, segne uns die Monate Radschab und Schabân und führe uns in den Ramadan.“ (Kaschfu l-Chafâ)

IGMG-Irschadabteilung

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