Freitagspredigt

Hutba – Verkündung des Islams

06. August 2004

„Lade zum Weg deines Herrn mit Weisheit und schöner Ermahnung ein, und diskutiere mit ihnen auf die beste Art und Weise.“ (An-Nahl 16, 125)

Verehrte Muslime,
Seit der Schöpfung der Erde gab es zwei Arten der Einladung. Einmal zur Wahrheit, das andere zum Aberglauben.

Alle Propheten von Hazreti Adam bis hin zu Hazreti Muhammed (saw) haben zur Wahrheit und Gerechtigkeit gerufen, die Menschen zum Einheitsglauben eingeladen. Die Verkündung war die Hauptaufgabe der Propheten. Ein Vers der dies besagt ist folgender: „O du Gesandter! Verkünde alles, was von deinem Herrn auf dich hinab gesandt wurde. Wenn du es nicht tust, so hast du Seine Botschaft nicht ausgerichtet. Allah wird dich vor den Menschen beschützen; siehe, Allah leitet nicht die Ungläubigen..“ (Maide 6-7)

Diese Aufgabe hatte jedoch nicht nur Muhammed (saw), sondern auch alle Gesandten vor ihm. Die Propheten haben jedoch bei der Verkündung des Islams niemals den Weg des Zwangs eingeschlagen. Sie haben nur ihre Botschaft verkündet und das Ergebnis Allah te’ala überlassen. Denn „dem Gesandten obliegt nur die Predigt“(Al-Maide 5, 99)

Die Gesandten begegneten während ihrer Aufgabe, die Botschaft des Herren an die Menschen zu verkünden, sehr vielen Hindernissen und auch vielen Unterdrückungen, die sie jedoch mit großer Geduld aushielten. Als der Vers offenbart wurde, zuerst seine nächsten Verwandten zu warnen, versammelte Muhammed (saw) die Sippe des Abdulmuttalib in seinem Haus und verkündete erstmals ihnen die neue Botschaft öffentlich. Dann rief er von dem Hügel Safa den Menschen zu: „Wenn ich sagen würde, dass hinter diesem Hügel sich ein Feind befindet, würdet ihr mir glauben.“ Die umstehenden Menschen bejahten die Frage. „Denn von dir haben wir bisher keine Lüge vernommen“, sagten sie. Als er darauf die Menschen vor einer großen Strafe im Jenseits warnte fing seine eigener Onkel Abu Lahab an ihn zu beleidigen und versuchte den Propheten zum Schweigen zu bringen. Über den Onkel Abu Lahab und seine Frau, die ihr Leben für die Verhinderung des Islams einsetzten, wurde die Sure Al-Lahab offenbart: „Zugrundegehen sollen die Hände von Abu Lahab. Und er selbst soll zugrunde gehen! Sein Gut und sein Gewinn sollen ihm nichts nützen. Er wird in einem lodernden Feuer brennen. Und seine Frau wird das Brennholz tragen. Mit einem Strick aus Palmfasern um ihren Hals.“ (Al-Lahab 111, 1-5)

Liebe Gläubige,

Die Propheten wurden auf ihrem Weg der Verkündigung oftgenug Opfer ihrer Mitmenschen. Doch niemals zweigten sie von ihrem Pfad ab oder opferten ihre Aufgabe ihrem eigenen Wohl. Ihr Leben ist voll von Geschähnissen, die dies unter Beweis stellen. Diese Geduld an den Tag zu legen, die Menschen mit Weisheit und schöner Ermahnung auf den Weg Allahs einzuladen und der Botschaft des Korans seine Aufmerksamkeit zu geben ist die Augabe ein jeden Muslims.

„Lade zum Weg deines Herrn mit Weisheit und schöner Ermahnung ein, und diskutiere mit ihnen auf die beste Art und Weise.“ (An-Nahl 16, 125)

Die „Weisheit“ und die „schöne Ermahnung“ sind für denjenigen, der sich die Verkündung des Islams zur Aufgabe gemacht hat wichtige Aspekte. Weisheit heißt, dass der Muslim während der Verkündung nicht unbedacht, sondern vorausschauend handelt. Er muss seine Botschaft in Abhängigkeit des Verständnisgrades und des Intellekts des Gegenübers verkünden. Die schöne Ermahnung heißt weitergehend, dass nicht nur der Verstand, die Rationalität des Anderen angesprochen werden soll, sondern sein gesamter Geist, also auch sein Herz.

Der Islam ist keine Religion des Streites und der Trennung. Seine Grundlagen fußen auf der Anerkenntnis das Allah unser Schöpfer und wir Brüder und Schwestern im Glauben sind. Nur dem Herrn sind wir unterwürfig, nicht jedoch anderen Menschen. Die Verkündung des Glaubens ist im Islam nicht die Aufgabe einer einzelnen Gruppe, sondern die Aufgabe aller Menschen. Jeder sollten auf der Basis seiner Bildung und seines Wissens anderen seinen Glauben verkünden.

Der Koran wurde offenbart, damit er an die Menschen verkündet werden solle. Unser Prophet Muhammed (saw) hat alle Lasten auf diesem Weg auf sich genommen und diese Aufgabe erfüllt. Seine Gemeinschaft sollte auch diese Aufgabe, nur um das Wohlwollen Allahs willen, auch auf die beste Art und Weise erfüllen.

Gerade wir Muslime in Europa tragen eine große Verantwortung was das Verständnis und die Kenntnis über den Islam angeht. Die größte Verkündüng geschieht jedoch nicht über Worte sondern über Taten, indem wir für unsere Umgebung als Vorbild leben und unsere ideale erst in unserem eigenen Leben erfüllen. Es darf nicht vergessen werden, dass jeder Muslim als ein Vertreter des Islams angesehen wird.

IGMG SEELSORGE-ÖFFENTLICHKEITSARBEIT