Freitagspredigt

Hutba: Verschwendung vermeiden

06. September 2013

Verehrte Muslime,

unsere Zeit und unsere Möglichkeiten sind begrenzt. Und nur wenn wir sie vernünftig nutzen, können wir den Gaben Allahs gerecht werden. Wenn wir aber nicht ausgewogen umgehen mit unserer Zeit, unseren Lebensmitteln, unseren Worten und Taten, dann laufen wir Gefahr, verschwenderisch zu sein. Unsere Religion sagt uns aber, dass wir in jedem Bereich unseres Lebens maßvoll sein sollen. Das gilt natürlich nicht nur für materielle Güter, sondern auch für unsere Worte und Taten. Imam Gazâlî beschreibt Verschwendung folgendermaßen: „In dem Maße auszugeben, was von der Religion, der Tradition und den Menschen als nötig angesehen wird, ist Großzügigkeit. Weniger als das auszugeben ist Geiz und mehr auszugeben ist Verschwendung.“ (Ihyâ Ulûm ad-Dîn, 3/259-260) 

Liebe Geschwister,

die Gaben, die Allah für uns Menschen erschaffen hat, wurden uns anvertraut. Er hat sie uns anvertraut, damit wir sie dafür verwenden, seine Zufriedenheit zu erlangen und den Menschen gute Dienste zu erweisen. Unser Maßstab dabei ist der Koranvers: „… Esst und trinkt, aber schweift nicht aus. Siehe, er liebt die Ausschweifenden nicht.“ (Sure Arâf, 7:31)

Um Verschwendung und Maßlosigkeit zu vermeiden müssen wir uns erst einmal bewusst werden, dass zum Beispiel unsere Lebensmittel nicht einfach nur materielle Güter sind. Sie sind Geschenke Allahs. Ein Bewusstsein dafür zu entwickeln und entsprechend zu handeln ist eine der Botschaften des Korans und ein wichtiges Anliegen unseres geliebten Propheten Muhammad (s). Aus diesem Blickwinkel betrachtet, kann Verschwendung auf keinen Fall geduldet werden. Vielmehr ruft uns der Islam dazu auf, unsere Umwelt zu schützen, die Gaben Allahs verantwortungsvoll zu nutzen und gerecht zu sein. Als Muslime sollten wir das Verbotene und Unreine meiden und nur das Erlaubte und Reine suchen, auf Sauberkeit achten, unsere Gesundheit nicht gefährden und in jeder Hinsicht umsichtig handeln. 

Wie gewissenhaft unser Prophet in diesen Dingen war, lernen wir aus folgender Überlieferung: Der Gesandte Allahs kam zu Sa’d (r), der für die Gebetswaschung mehr Wasser als nötig benutze. Er fragte: „Was soll diese Verschwendung?“ Sa’d (r) erwiderte: „Kann man auch bei der Gebetswaschung verschwenderisch sein?“ Da antwortete unser Prophet: „Ja, hüte dich vor der Verschwendung, selbst wenn du an einem Fluss stehst.“ (Ibni Mâdscha, Tahâra, 48, 1)

Verehrte Muslime,

Verschwendung ist ein ernstes Thema, für das wir ein Bewusstsein entwickeln müssen. Nur wenn wir gewissenhaft handeln, können wir unseren Kindern und den Menschen in unserer Umgebung ein Vorbild sein. Unser Prophet jedenfalls war uns allen ein gutes Beispiel. Er aß, schlief und sprach nicht mehr als notwendig und verdeutlichte uns so, was es bedeutet ausgewogen zu leben.

Dies sollten wir uns zu Herzen nehmen und praktisch umsetzen. In diesem Sinne könnten wir darauf achten, sparsamer mit Elektrizität und Wasser umzugehen. Dass dies unbedingt notwendig ist, sollten auch unsere Kinder auf diesem Weg lernen. Um zu erkennen, wie verschwenderisch wir manchmal sind, sollten wir mal darauf achten, was und wie viel wir tagtäglich unnötig verschwenden. Möge uns Allah zu seinen maßvollen und verantwortungsbewussten Geschöpfen zählen.

IGMG Irschadabteilung