Freitagspredigt

Hutba: Warum werden sie getötet?

28. Februar 2014

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Verehrte Muslime,

unser Leben lang werden wir Zeugen vieler Ereignisse und Entwicklungen. Eine davon ist: Die Menschheit ist im Bereich der Technologie sehr fortgeschritten, doch menschliche Werte verlieren zunehmend an Bedeutung. Es werden Kriege geführt, Städte zerbombt, ihre Geschichte wird ausgelöscht und unschuldige Menschen werden getötet. An das 21. Jahrhundert hatten wir sicherlich andere Erwartungen. Wir werden Zeuge davon, wie Menschen grausam ums Leben gebracht werden. Selbst kleine Kinder werden getötet. Die Rede ist natürlich von Syrien. Im Zuge des Krieges in Syrien sahen sich Millionen Menschen gezwungen, ihre Heimat zu verlassen und Hunderttausende kamen bisher ums Leben. 

Verehrte Gemeinde,

in vorislamischer Zeit wurden Mädchen lebendig begraben, nur weil sie als Mädchen geboren wurden. Heute kommen unschuldige Kinder, Jungen und Mädchen, bei Bombenangriffen ums Leben, und die Menschheit sieht teilnahmslos zu. Den kleinen Kindern wird im Jenseits sicherlich die Frage gestellt: „Um welcher Schuld willen wurdet ihr getötet?“ [1] Als Anhänger einer Religion, die nicht zerstören, sondern beleben möchte, verurteilen wir die Teilnahmslosigkeit und diejenigen, die für den Tod von unschuldigen Menschen verantwortlich sind. Die Bilder von den in Syrien getöteten Kindern lösen bei uns tiefe Betroffenheit und Trauer aus. Jedes einzelne Foto mit einem toten Kind nimmt uns ein wenig von unserer Menschlichkeit. Wir wollen, dass dieser schmutzige Krieg endet und das Töten ein Ende findet.

Liebe Geschwister,

möge Allah mit euch zufrieden sein. Mit euren Spenden habt ihr unseren syrischen Geschwistern geholfen. Der IGMG Hilfs- und Sozialverein Hasene hat unsere Spenden den bedürftigen Syrier zukommen lassen. Im Rahmen der Hilfsprojekte haben wir im Ramadan in Kırıkhan für einen Monat in einem Iftar-Zelt warmes Essen an Tausende Bedürftige verteilt. Außerdem haben wir im letzten Ramadan eine mobile Bäckerei eröffnet, die täglich 7.000 Leib Brot an syrische Flüchtlinge verteilt hat.

In den letzten 16 Monaten wurden 27 Tonnen Lebensmittel an syrische Flüchtlinge verteilt. Unter dem Motto „Damit bedürftige und notleidende Kinder in Syrien nicht länger von der Kälte des Winters betroffen sind“ wurden im Winter Zehntausend Decken mit zwei LKWs an unsere Geschwister in Syrien verteilt. Inschaallah werden wir den bedürftigen und notleidenden Syrier in den nächsten Tagen 30 Tausend Schuhe und 26 Tonnen Mehl zukommen lassen.

Hasene hat zudem ein Prothesen-Projekt unter dem Motto „Reich ihm die Hand, damit er eine Hand hat, sei ihm eine Stütze, so dass er laufen kann“ gestartet und hat bisher zwei 16-Jährigen, die im Krieg ein Bein verloren haben, mit einer Prothese ausgestattet. Wir sind davon überzeugt, dass jede Hilfe, jedes Bittgebet, jede Betroffenheit unsere guten Taten im Jenseits bezeugen werden. Wenn der Tag kommt und uns Allah fragt: „Was hast Du unternommen als all dies passiert ist?“ werden wir hoffentlich Freude darüber verspüren, etwas unternommen zu haben. Möge Allah all unsere guten Taten annehmen.


[1] Sure Takwîr, 8:8-9

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