Freitagspredigt

Hutba: Weise Worte des Propheten İsâ (as)

21. Dezember 2012

Verehrte Muslime,

jeder Prophet hatte zu Lebzeiten die Aufgabe, die Menschen an ihren Schöpfer zu erinnern und sie dazu einzuladen, ihre Beziehung zu Allah aufzufrischen. In diesem Sinne waren die Propheten eine Barmherzigkeit Gottes und ein gutes Vorbild für uns. Doch wären sie keine Menschen gewesen, wäre es kaum möglich, von ihnen zu lernen, geschweige denn sie zum Vorbild zu nehmen. Im Koran finden wir viele Berichte über das Leben dieser vorbildhaften Menschen. Das Leben von Propheten wie Nûh (as), Ibrâhîm (as) und Yûsuf (as) hält viele Weisheiten für uns bereit. Genauso können wir auch viel von İsâ (as) lernen. Als Muslime müssen wir sein Leben, seine Bemühungen und seine Botschaft kennen und Gedanken darüber machen.

Leider wird İsâ (as) (Jesus) meist nur mit dem Christentum in Verbindung gebracht. Dabei wird er an 25 Stellen im Koran genannt. In einem Vers heißt es: „Als die Engel sprachen: „O Maria! Wahrlich, Allah verkündet dir (frohe Botschaft) durch ein Wort von ihm: (einen Sohn), sein Name ist Messias, Jesus, der Sohn der Maria, angesehen in dieser Welt und im Jenseits, einer der (Allah) Nahestehenden.“  (Sure Âli Imrân, 3:45)

Liebe Geschwister,

was sind also die Lehren und die Botschaft von İsâ (as), dem „Sohn der Maria“, von dem wir aus dem Koran wissen, dass er nur ein Mensch war und keinen Vater hatte?

İsâ (as) hatte die Aufgabe, der Gesellschaft, in der er lebte, Allahs Botschaft zu überbringen und die Schrift, die  Mûsâ (as) herabgesandt wurde, zu bestätigen. Wie alle anderen Propheten ist auch İsâ (as) den Menschen ein Vorbild. Darauf weist folgender Koranvers hin: „Der Messias, der Sohn der Maria, ist nichts anderes als ein Gesandter. Ihm gingen andere Gesandte voraus, und seine Mutter war aufrichtig. Beide nahmen Nahrung zu sich…“ (Sure Mâida, 5:75)

Verehrte Muslime,

İsâ (as) gilt uns in vielerlei Hinsicht als Vorbild, sei es in seinen Gottesdiensten, durch seine Großzügigkeit, sein Verantwortungsgefühl gegenüber seinen Mitmenschen oder in seiner Barmherzigkeit und Liebe. Von vielen weisen Worten, die von ihm überliefert wurden, möchten wir drei nennen, um damit unsere Hutba abzuschließen:

İsâ (as) sagte: „Wissen nützt dir nichts, solange du es nicht weitergibst und es umsetzt. Solange du es nicht umsetzt, nährt Wissen bloß deinen Stolz.“ (Ahmad bin Hanbal, Zuhd, 327) Mit diesen Worten verdeutlichte İsâ (as) die Notwendigkeit, nicht nur Wissen anzuhäufen, sondern auch danach zu handeln.

Der Sohn der Maria, İsâ (as), fragte seine Anhänger: „Was ist mit euch, dass ihr den höchsten Gottesdienst nicht verrichtet?“ Sie fragten: „Welcher ist denn der höchste Gottesdienst?“ Er sagte: „Bescheidenheit um Allahs Willen.“ (Ahmad bin Hanbal, Zuhd, 312)

Schließlich sagte İsâ (as) folgendes: „Jemandem etwas Gutes zu tun, der einem zuvor etwas Gutes getan hat, bedeutet nicht gut zu sein. Das wäre lediglich sich gegenseitig Gutes zu tun. Die tatsächliche Tugend liegt darin, demjenigen Gutes zu tun, der einem Schlechtes tut.“ (Ahmad bin Hanbal, Zuhd, 317)

IGMG Irschadabteilung

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