Freitagspredigt

Hutba: Wenn es eure Bittgebete nicht gäbe“¦

28. März 2014

Verehrte Gemeinde,

unsere heutige Hutba handeln vom Duâ  und von der Notwendigkeit, unsere Sorgen mit Allah zu teilen.

Liebe Geschwister,

im Koran heißt es: „Sprich: „šMein Herr kümmert sich nicht um euch, solange ihr ihn nicht darum bittet.'“[1] Allah ruft uns also dazu auf, unsere Hände zum Himmel zu erheben und Bittgebete an ihn zu richten.

Verehrte Muslime,

zu Allah zu beten, der uns näher ist als unsere Halsschlagader, bedeutet, ihm unsere Sorgen vorzutragen. Bittgebete sind der Kern der Gottesdienste. Durch das Duâ werden wir uns unserer Unzulänglichkeit bewusst und vertrauen nur auf Allah, dessen Macht unendlich ist. Duâ bedeutet, nicht hochmütig und egoistisch zu sein und in Demut vor Allah zu treten. Duâ heißt, sich alles von der Seele zu reden und Allah alle seine Geheimnisse anzuvertrauen.

Wenn ein Mensch seine Hände zum Himmel erhebt, so bedeutet dies etwa: „O Allah, hier bin ich. Mit schweren Sünden auf meinen Schultern lastend bin ich zu dir gekommen. Ich bin gekommen, weil deine Tür die einzige ist, von der ich nicht zurückgewiesen werde. So wie der Prophet Yâkûb (a), der sprach: „Siehe, ich trage meinen Kummer und Gram nur zu Allah“[2], bin ich zu dir gekommen. Wenn du deine Tür öffnest, möchte ich dir meine Sorgen anvertrauen.“

Liebe Gemeinde,

wie schon im Koran geschrieben steht, ist uns Allah näher als unsere Halsschlagader. In einem anderen Koranvers wird verdeutlicht, dass Allah die Bittgebete hört und darauf reagiert: „Und wenn dich meine Diener nach mir fragen, siehe, ich bin nahe. Ich will dem Ruf des Rufenden antworten, sobald er mich ruft.“[3]

Verehrte Muslime,

während man ein Bittgebet spricht, muss man Ehrfurcht und Hochachtung empfinden. So heißt es im Koran: „Ruft euren Herrn in Demut und im verborgenen an. Siehe, er liebt die Maßlosen nicht.“[4] Unser Prophet Muhammad (s) erklärte diesbezüglich: „Strengt euch nicht so an, denn ihr ruft weder einen Tauben noch einen Abwesenden, sondern einen Allhörenden, Allsehenden, der euch nahe ist.“[5]

Liebe Gemeinde,

vielen Menschen wurde aufgrund ihrer aufrichtigen Bittgebete vergeben. Aufrichtige Bittgebete werden Allahs Barmherzigkeit stärken, so dass er die Bittgebete als Anlass dafür nehmen wird, dem Menschen zu vergeben. Aus diesem Grund müssen Bittgebete ernst genommen werden. Denn das Duâ ist das spirituelle Band zwischen Allah und dem Menschen. Wenn dieses Band reißt, verheißt dies nichts Gutes für den Menschen. Allah bewahre uns davor.


[1] Sure Furkân, 25:77

[2] Sure Yûsuf, 12:86

[3] Sure Bakara, 2:186

[4] Sure Arâf, 7:55

[5] Buhârî, Magazî, 38