Freitagspredigt

Wetteifern im Guten

28. November 2014

Verehrte Geschwister!
In unserer heutigen Hutba geht es um das Wetteifern im Guten und in Takwâ (Gottesfurcht).

Liebe Geschwister!
Gegenseitige Unterstützung und Solidarität sind zwei Dinge, auf die in unserer Religion viel Wert gelegt wird. Denn das Zusammenleben in Frieden und Geborgenheit kann nur gelingen, wenn wir einander zu Güte, Gerechtigkeit und Geschwisterlichkeit anhalten. Allah, der Erhabene befiehlt uns im Koran: „Helft einander zur Rechtschaffenheit und Gottesfurcht und nicht zur Sünde und Feindschaft.“ [1]

Verehrte Muslime!
Jeder von uns ist zunächst selbst aufgefordert, gute Taten zu vollbringen, soweit er in der Lage dazu ist. Doch zugleich müssen wir auch andere dazu bewegen und ihnen dabei helfen, sich vom Schlechten ab- und dem Guten zuzuwenden.

Ein zweiter Aspekt, der in dem zitierten Koranvers angesprochen wird, ist Takwâ. Takwâ, das Befolgen der Gebote und Unterlassen der Verbote Allahs, schließt auch das Verantwortungsbewusstsein gegenüber unseren Mitmenschen ein. Wir müssen uns unsere Güte und Frömmigkeit stets bewahren, und durch unser Handeln anderen eine Stütze sein. Bereits unser Prophet Muhammad (s) betonte nachdrücklich, dass es nicht richtig ist, sich satt schlafen zu legen, während der Nachbar hungert.

Liebe Geschwister!
Einander dabei zu unterstützen, Gutes zu tun, ist eine wichtige Aufgabe. Wenn wir nicht die Möglichkeit dazu haben, Schlechtes tatkräftig zu verhindern, müssen wir doch mindestens versuchen, die Menschen mit Worten zu warnen und sie dazu bringen, von ihrem schlechten Tun abzulassen. Auch das ist eine wichtige Ibâda!

Als unser Prophet einmal sagte: „Hilf deinem Bruder, sei er grausam oder sei er unterdrückt und unterlegen!“ wurde er gefragt: „O Gesandter Allahs! Wenn mein Bruder unterdrückt ist, helfe ich ihm, doch wie kann ich ihm helfen, wenn er grausam ist?“ Der Gesandte Allahs antwortete: „Du hinderst ihn an der Grausamkeit, dies ist deine Hilfe für ihn.“[2]

Verehrte Muslime!
Der Weg, den wir gehen müssen, um glücklich zu sein, führt über die Befolgung der Gebote Allahs und die Verwirklichung der Ethik und Lebensweise, wie unser Schöpfer sie uns im Koran gelehrt hat. Ihr wichtigstes Prinzip lautet, einander in Güte und Frömmigkeit zu helfen, nicht aber in Sünde und Feindschaft. Dieser Grundsatz muss sich in all unseren Taten spiegeln, denn ein wahrer Muslim ist nur derjenige, der sich im Geiste des Korans für Frieden und Wohlergehen für alle Menschen stark macht.

[1] Sure Mâida, 5:2
[2] Buhârî, Mazâlim, 4; Ikrâh, 7

pdf Hutba: Wetteifern im Guten