Freitagspredigt

Hutba: Willkommen Ramadan!

05. Juli 2013

Verehrte Muslime,

in wenigen Tagen beginnt der Ramadan. Wir danken Allah, dass er uns diese Tage noch einmal erleben lässt. Der Monat Radschab liegt hinter uns und der Monat Schabân neigt sich dem Ende. Seit dem letzten Ramadan sind viele unserer Geschwister von uns gegangen. Möge ihnen Allah gnädig sein und uns dabei helfen, den Ramadan auf beste Weise zu verbringen.

Liebe Geschwister,

der Ramadan ist die Zeit der Selbstdisziplin und der Selbstfindung. Lasst uns diese Tage, an denen der Koran herabgesandt wurde, damit verbringen, ihn zu lesen und besser zu verstehen. Denn wer sich nicht mit dem Koran beschäftigt, der wird sich anderen Dingen zuwenden.

In diesem Sinne sollten wir im Ramadan unsere Beziehungen zu unseren Familien, Verwandten, Freunden und zu unserer Moscheegemeinde stärken. Im Ramadan sollten Menschen einander verzeihen und Streitigkeiten beilegen. Wir sollten die guten Seiten unserer Mitmenschen loben und unserer Familie Zuneigung und Liebe entgegen bringen. Wir sollten unsere Nachbarn, unabhängig von ihrer Religion und Nationalität, zu uns nach Hause einladen und unsere Iftâr-Essen stets mit anderen teilen. Zu unseren alltäglichen Aufgaben sollte es gehören, den Menschen ein Lächeln zu schenken, Bedürftige materiell und emotional zu helfen, uns mehr Zeit für unsere Gebete zu nehmen und mindestens fünf Minuten am Tag über den Tod und die Tatsache, dass wir zur Rechenschaft gezogen werden, nachzudenken. Wir sollten unsere Gebete in dem Bewusstsein praktizieren, dass wir vor Allah stehen. Wir sollten uns weiterbilden, indem wir mehr lesen und an Gesprächskreisen und Vorträgen teilnehmen.

Verehrte Geschwister,

wir müssen uns anstrengen, den Koran besser zu verstehen. Denn es gibt einen großen Unterschied zwischen dem Menschen, die den Koran lesen, ihn verstehen und ihn umsetzen und Menschen, die ihn nicht lesen und nicht verstehen. Wenn wir aufrichtige und selbstbewusste Muslime sein möchten, müssen wir uns der Botschaft Allahs zuwenden und den Weg unseres Propheten einschlagen.

Liebe Geschwister,

aus zahlreichen Hadithen geht hervor, dass unser Prophet sich im Ramadan besonders um die Dinge bemühte, die wir eben aufgezählt haben. „Verrichte jedes Gebet so, als wäre es dein letztes“, empfiehlt unser Prophet und fügt hinzu: „Nimm Abstand von jeglichen Handlungen, wofür die du dich entschuldigen müsstest.“ (Daylamî, Musnad, I, 431) Daher sollten auch wir diesen Ramadan so verbringen, als wäre er unser letzter, unsere Gebete so verrichten, als wären sie unsere letzten. Wir sollten zu unseren Mitmenschen so sprechen, als würden wir das letzte Mal mit ihnen sprechen und jede Gelegenheit für eine gute Tat als die letzte Gelegenheit betrachten, etwas Gutes zu tun.

Sei willkommen oh Ramadan! Du wirst uns vorbereitet vorfinden!

IGMG Irschadabeteilung