Freitagspredigt

Hutba: Zugehörigkeit

11. September 2020 Koran Seite Tasbih Orange
Koran Seite Tasbih Orange

Verehrte Muslime!

Die Identität eines Menschen ist durch seine Familie, Herkunft und Religion bestimmt. Dasselbe gilt auch für die Gruppe, Rechtsschule oder Gemeinschaft, der er angehört. All diese Bindungen stellen im Grunde genommen eine Zugehörigkeit dar. Es ist undenkbar, die Identität von der Zugehörigkeit eines Muslims zu trennen. Auch, dass ein Muslim sich von seiner Identität und dem Zugehörigkeitsbewusstsein differenziert betrachtet, ist unmöglich. Der Islam lehnt die Identität und Zugehörigkeit eines Menschen nicht ab. Vielmehr bringt er sie in ein Gleichgewicht. Die Religion, also die religiöse Zugehörigkeit, ist maßgebend. In einem Koranvers heißt es: „Er sprach: ‚O Nûh! Er gehörte doch nicht zu deiner Familie; denn sein Benehmen war unrecht.‘“[1] Nûhs (a) Sohn gehörte also nicht zur Familie, weil er ungläubig war. Das heißt: Ohne die Einheit von Religion und Bewusstsein ist die Identität und Zugehörigkeit nicht vollständig.

Liebe Geschwister!

Erst in der Gemeinschaft kann der Glauben wahrhaftig gelebt und weitergegeben werden. Aus diesem Grund legt der Islam großen Wert auf die Gemeinschaft und das gemeinschaftliche Handeln. Allein schon die Tatsache, dass das Beten in der Gemeinschaft 27 Mal mehr belohnt wird, als alleine zu beten, zeigt die Wichtigkeit der Gemeinschaft. Eine Gemeinschaft zu sein bedeutet, Zusammenhalt und Miteinander. Es bedeutet, ein Vorbild zu sein und Fähigkeit und den Willen zu haben, einer Gemeinschaft vorzustehen. Im Koran und der Sunna wird zur Einheit der Muslime aufgerufen. Der Koranvers „Haltet allesamt an Allahs Seil fest, und zersplittert euch nicht.“[2] markiert die Einheit. Die folgende Überlieferung des Propheten ﷺ spricht über die Folgen der Trennung sowie des Vereintseins:
Wer die höchste Stufe im Paradies erreichen möchte, der soll mit der Gemeinschaft sein. Denn wer allein ist, dem nähert sich der Satan eher, als jenen, die zu mehreren sind[3]

Verehrte Muslime!

Alhamdulillâh, viele von uns sind Mitglied bei der IGMG, einer Gemeinschaft, die in zahlreichen Bereichen aktiv ist und sich für jede Altersgruppe und ihre Bedürfnisse einsetzt. In allen Städten und Ländern, in denen die IGMG vertreten ist, reichen die Tätigkeitsfelder von Moscheediensten, Bildung, religiöse Wegweisung bis hin zu humanitärer Hilfe und Bestattungsdienste. Sie bietet in vielen Bereichen großartige Dienstleistungen an, denen selbst Länder teilweise nicht nachkommen können.

Liebe Geschwister!

Damit diese Tätigkeiten und Leistungen langfristig fortgeführt werden können, ist jegliche Unterstützung der Gemeinde und unserer aufmerksamen Geschwister sehr wichtig. So hängt die erfolgreiche Fortsetzung des Koranunterrichts in den Moscheen, der 67 Hafiz-Schulen sowie der Imamausbildungsprojekte von eurer Unterstützung und eurer Mitarbeit ab.

Dass wir mehr Kindergärten, Grund- und weiterführende Schulen öffnen und die Bildung an diesen Orten besteht, gelingt nur durch die Hilfe und Unterstützung unserer Gemeinden und Geschwister.

Verehrte Muslime!

Wir möchten euch alle herzlich dazu einladen, Teil und Mitglied unserer Gemeinschaft zu sein, der diese schönen und wichtigen Tätigkeiten organisiert und ins Leben ruft. Durch eure Mitgliedschaft tragt ihr dazu bei, dass diese Aktivitäten und Leistungen dauerhaft sind und unsere Gemeinschaft mehr Mitsprache und Mitbestimmung in der hiesigen Gesellschaft hat. Zudem sollten wir auch andere dazu einladen, Mitglied zu werden. Ich möchte die Hutba mit dem folgenden Koranvers beenden: „Wer führt bessere Rede, als wer zu Allah einlädt und das Rechte tut und spricht: »Ich bin einer der Gottergebenen«?[4]

[1] Sure Hûd, 11:46
[2] Sure Âli Imrân, 3:103
[3] Tirmizî, Sunan, 8/69, Hadith Nr. 2091
[4] Sure Fussilat, 41:33

Hutba-Zugehörigkeit

Hutba-Arabisch