Freitagspredigt

Hutba – Zum Beginn des Monats Ramadan

22. September 2006

Verehrte Muslime,wieder einmal nähern wir uns dem Monat Ramadan, der Krönung aller Monate; ein Monat, der eine sehr wichtige Rolle im Leben der Muslime spielt. Mögen wir die drei gesegneten Monate und vor allem den Ramadan mit Gebeten und Wohltaten begehen.

Dieser Monat, der alle Schönheiten in sich birgt „ist der Monat Ramadan, in welchem der Koran als Rechtleitung für die Menschen und als Beweis dieser Rechtleitung und als Maßstab herabgesandt wurde.“(Bakara 185) Der Monat Ramadan ist der letzte und wertvollste der drei gesegneten Monate. In diesem Monat wird das Fasten, eines der fünf bedeutenden rituellen Gebete des Islam, vollzogen. Auch die Pflichtabgabe, die Zakat, wir in diesem Monat berechnet und an ihre rechtmäßigen Besitzern verteilt. In den letzten zehn Tagen des Ramadan ziehen sich einige Muslime in die Moscheen für die „Itikaf“ zurück. Nach dem Pflichtgebet betet man noch das Tarawih- Gebet, das diesem Monat einen besonderen Segen verleiht. Am Ende des Monats obliegt den Gläubigen die Fitra- Abgabe, soweit sie dazu finanziell in der Lage sind.

Verehrte Geschwister,
ein Muslim der im Ramadan fastet, verbrennt regelrecht mit Hunger und Durst seine Sünden. Dadurch reinigt er sein Herz und seinen Geist vor den unendlichen Begierden. In den täglichen Gebeten kommen die Gläubigen zusammen und verrichten die Gebete gemeinschaftlich. Im Ramadan fing auch die Offenbarung des Korans an, deshalb nennt man diesen Monat auch „den Koran- Monat“. Unser Prophet (saw) wiederholte in jedem Ramadan den Koran in Gegenwart des Erzengels Gabriel. Diesen Brauch beleben die Muslime indem sie sich für Koranlesungen treffen, diese werden auch „Mukabele“ genannt.

Verehrte Brüder und Schwestern,
während wir den Ramadan empfangen und geistige und körperliche Reinheit beabsichtigen, sollten wir auch die Gebetshäuser und Moscheen auf ihre Reinheit überprüfen. Wir sollten noch bevor der Ramadan anfängt unserer Umgebung mitteilen, dass der Ramadan bald anfängt und es deswegen zu einem regen Treiben um die Moscheen kommen wird. Außerdem sollte den Nachbarn versichert werden, dass man sich bemühen wird, die Belästigung auf das Mindeste herabzusetzen und für eventuelle unvermeidbare Störungen sollten wir uns schon im Voraus entschuldigen.

So wie wir uns und unsere Familie an den warmen Iftar- und Sahurtisch denken, als fastende und glückliche Menschen, so sollten wir gerade auch an die denken, die diese Möglichkeit nicht haben und nicht mal ein Stück trockenes Brot finden. Gerade in diesem Monat sollte unsere Hand besonders offen sein und wir sollten jede Möglichkeit nutzen, Bedürftigen unsere Hilfe zukommen zu lassen. Wir sollten unsere Gemeinschaft, die versucht auch in diesem Monat ihre helfende Hand den Bedürftigen zu reichen, unterstützen.
Unser Prophet (saw) beschreibt den Ramadan als: „den Monat in den der Teufel gebändigt und die Tore des Paradieses weit geöffnet werden“.
Vergessen wir in diesem Monat nicht unsere Bittgebete, damit sich die teuflischen Gedanken nicht in Taten umwandeln können und Frieden und Sicherheit in die Krisengebieten einkehrt.

Verehrte Muslime,
das größte Geschenk im Ramadan ist das Fasten. Darüber sagt unser Prophet (saw): „Wer bewusst und die Belohnung nur von Allah erwartend fastet, dem werden alle vergangenen Sünden vergeben.“ Allah teala belohnt jede gute Tat mit dem Siebenhundertfachem: „Das Fasten ist nur für mich und ich werde es belohnen.“ Möge Allah teala jetzt schon unsere Fasten annehmen. Sicherlich werden unsere Imame uns über die Vorzüge und Bedingungen des Fastens aufklären. Trotzdem möchte ich am Ende dieser Hutba auf einige Aspekte aufmerksam machen, die uns dabei helfen werden, den gesegneten Monat Ramadan noch bewusster zu verbringen.

Die Gläubigen, die den Ramadan erreichen, sollten auf diese Punkte achten:

  • Vor allem soll man dem Ramadan mit geistiger, seeliger und körperlicher Reinheit empfangen
  • Die äußerlichen und innerlichen Bedingungen des Fasten achten
  • So weit es die Umstände erlauben die Moscheen und Gemeinden aufsuchen
  • Die Hände vor unnützem Beschäftigungen und die Zunge vom unnötigen Geschwätz fernhalten
  • Den Koran mit seiner Bedeutung öfter lesen
  • Die Armensteuer an die Bedürftigen zahlen
  • Allah teala um den Frieden und Segen der Menschheit und den Muslimen bitten
  • Zum Iftar- Essen einladen und Einladungen annehmen ohne in Verschwendung zu verfallen
  • Die Ramadantage mit zusätzlichen Gebeten und Lobpreisungen schmücken
  • Auf die guten Charaktereigenschaften wie Aufrichtigkeit, Reue, Toleranz, Liebe, Frieden, Barmherzigkeit und Freigiebigkeit achten und diese Eigenschaften stärken
  • Stets mit der Absicht „der beste Mensch ist der, der dem Menschen am nützlichen ist“ handeln
  • Ständig die Bittegebete wiederholen
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