Freitagspredigt

Hutba zum Opferfest 2011

06. November 2011

Verehrte Muslime,

wir danken Allah, dass er uns ermöglicht hat, nach dem Ramadanfest auch das Opferfest zu feiern. Mögen diese Festtage unseren Geschwister, der islamischen Welt und der ganzen Menschheit Frieden bescheren.

Heute ist auch der Tag, an dem die Hadsch durchgeführt wird. In diesem Augenblick besuchen Millionen Muslime die Kaaba. Überall auf der Welt opfern Muslime, um ihre Ergebenheit gegenüber zu zeigen. Die Welt wird zum Schauplatz eines globalen Gottesdienstes (Ibâda).

Verehrte Geschwister,

das Opfern ist ein Gottesdienst, der verrichtet wird, um Allah nahe zu sein und sein Wohlwollen (Riza) zu erlangen. Der erste, der diesen Gottesdienst begangen hat, war der Prophet Ibrâhîm (as). Er bewies seine Ergebenheit Allah gegenüber, indem er sich bereit erklärte, seinen Sohn Ismâîl (as) zu opfern. Sein Sohn erwiderte ihm mit derselben Hingabe. Von dieser Treue und Ergebenheit wird in der Sure Saffât berichtet: „So lösten wir ihn durch ein großes Opfer aus. Und bewahrten sein Ansehen unter den nachfolgenden (Generationen). »Friede sei mit Abraham!« So belohnen wir die Rechtschaffenen. Er gehörte gewiss zu unseren gläubigen Dienern.“  (Sure Saffât, [37:107-111]

Friede sei mit Ibrâhîm (as) und seinem Sohn. Beide haben Allahs Prüfung bestanden. Friede sei mit denen, die Allah wirklich treu sind und Ergebenheit zeigen. Friede sei mit denjenigen, die auf Allahs Worte hören und sich den Gesandten zum Vorbild nehmen. Allahs Frieden und Barmherzigkeit sei mit ihnen.

Verehrte Geschwister,

Allahs Diener zu sein, erfordert eine von Prahlerei ferne und tiefe Aufrichtigkeit. Aus diesem Grund sollten diejenigen, die ihre Dienerschaft vervollkommnen möchten, ihr Verständnis vom Gottesdienst überdenken. Um Allahs Wohlwollen zu gewinnen, sollte dabei stets Ehrlichkeit und Aufrichtigkeit im Vordergrund stehen. In der Sure An’âm heißt es dazu: „Sprich: »Siehe, mein Gebet, mein Gottesdienst, mein Leben und mein Tod gehören Allah, dem Herrn der Welten.“ (Sure An’am, [6:162])

Verehrte Geschwister,

die kommenden Tage sind das Opferfest. In diesen Tagen leben wir die Nähe zu Allah. Wir sollten unseren Familien, Glaubensgeschwistern und Nachbarn besonders viel Zuneigung, Respekt und Achtung entgegenbringen und unsere Beziehungen zu unseren Mitmenschen auffrischen. Wir müssen unsere Beziehung zu Allah, unsere Verantwortung gegenüber unserer Familie, unsere Freundschaft zu unseren Glaubensgeschwistern und unsere Beziehung zu unseren Nachbarn stärken. Lasst uns noch einmal überlegen, ob wir unserer Verantwortung gegenüber den armen und bedürftigen Menschen überall auf der Welt nachkommen. Es gehört ebenfalls zu unseren Aufgaben, Kinder und alte Menschen zu erfreuen und zerstrittene Menschen wieder zusammenzubringen. Auch die Menschen, die mit uns in derselben Gesellschaft leben, sollten wir beschenken und sie an unserer Freude teilhaben lassen. Diese Verantwortung entspringt unserer Religion (Dîn).

Verehrte Muslime,

wie bekannt, organisiert unsere Gemeinschaft seit vielen Jahren die Opfertierkampagne. Jedes Jahr werden zehntausende Opfertiere an arme und bedürftige Menschen verteilt, ohne dabei zwischen ihrer Religion und Herkunft zu unterscheiden. Dies ist eines der besten Beispiele für die Solidarität unter Menschen. So wird unsere Liebe und Freundschaft in die ganze Welt hinausgetragen. Wer sich noch an dieser Kampagne beteiligen möchte, sollte umgehend die Verantwortlichen in unseren Gemeinden aufsuchen.

Während wir unsere Hutba beenden, danken wir Allah dafür, dass er uns den Glauben (İmân) geschenkt hat, bitten ihn all unsere Geschwister noch viele Festtage wie diese erleben zu lassen und beglückwünschen alle zum Opferfest.

IGMG Irschadabteilung

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