Freitagspredigt

Hutba zum Ramadanfest 2012

19. August 2012

Verehrte Muslime,

erneut erleben wir die Freude des Ramadanfestes. Wir gratulieren allen zu diesem freudigen Ereignis. In Gesundheit und Wohlbefinden haben wir den Ramadan, den Monat der Barmherzigkeit, Vergebung und des Segens empfangen. Und nun, am Ende diesen Monats, verabschieden wir ihn und feiern das Ramadanfest. Der gesegnete Monat Ramadan ist wie im Fluge vergangen.

Wir haben versucht, diesen Monat in bester Weise zu verbringen. Wir haben gefastet, sind unsere sozialen und finanziellen Verantwortungen nachgekommen, sind für die Tarâwîh-Gebete zusammengekommen und haben die Kadr-Nacht auf schönste Weise verbracht. Das Fasten im Sommer war nicht einfach. Doch wir glauben, dass uns Allah um so reicher dafür belohnen wird. Möge Allah unsere Bemühungen annehmen und uns zu denjenigen zählen, die sich ihrer Verantwortung gegenüber Allah und ihren Mitmenschen bewusst sind.

Liebe Geschwister,

für Muslime ist der Anfang des Ramadans Barmherzigkeit, die Mitte Vergebung und das Ende Befreiung. Gemäß dem Vers „Wohl ergeht es jedoch dem, der sich läutert.“ (Sure A’la, [87:14]) möchten wir diesen Morgen als Menschen beginnen, die von ihren Sünden befreit wurden. Sicherlich war der Ramadan eine gute Gelegenheit von unseren schlechten Gewohnheiten abzukommen und uns dem Guten zuzuwenden. Möge Allah uns die Kraft geben, auch nach dem Ramadan von schlechten Dingen fernzubleiben und nur Gutes zu tun. Zudem bitten wir Allah, dass er uns noch viele weitere Male den Ramadan und das Ramadanfest erleben lasse.

Verehrte Muslime,

im Volksmund heißt es: „Wer fastet, der feiert.“ Alhamdulillâh, wir haben gefastet, unsere Gebete verrichtet, die Zakât gezahlt, die Fitr-Abgabe entrichtet und andere Gottesdienste  verrichtet. Das wichtige dabei ist, dass wir uns nur am Wohlwollen Allahs orientieren.

Um ein fröhliches Fest erleben zu können sollten wir einige Dinge beachten. Es gehört zu unseren Aufgaben, die Freude des Festes mit anderen zu teilen. Denn nur wenn Freude geteilt wird, vermehrt sie sich. Deshalb sollten wir, angefangen von unserer Familie, unsere Verwandten, Nachbarn und Bekannte besuchen, anstatt auf den Besuch anderer zu warten. Wir sollten unsere Kinder beschenken und ihnen ein unvergessliches Bayramfest bescheren. Denn wir wissen, dass gerade diese Tage eine große Rolle in der Kindheit spielen und unsere kulturelle und religiöse Identität festigen.

Ebenfalls sollten wir von den Kommunikationsmitteln Gebrauch machen, um diejenigen zu erreichen, die wir nicht persönlich besuchen können, um auf diese Weise das Band der Freundschaft zu festigen. Wir sollten nicht vergessen, unsere Geschwister, Väter und Mütter in den Seniorenheimen oder in anderen Einrichtungen zu besuchen. Sie werden sich sicherlich freuen, gefragt zu werden, wie ihnen geht.

Falls es Streitigkeiten unter uns gibt, sollten diese an einem solchen segensreichen Tag beigelegt werden. Denn die Liebe und Barmherzigkeit unter Muslimen ist eine Notwendigkeit des Glaubens. Unser Prophet sagte: „Bei dem, in dessen Hand sich meine Seele befindet, ihr werdet nicht ins Paradies gelangen, ehe ihr nicht glaubt; und ihr werdet nicht glauben ehe ihr euch nicht liebt.“ (Tâdsch, 5, S. 244)

Liebe Geschwister,
viele Muslime auf der Welt, wie etwa in Burma-Arakan, Syrien oder auch in Afrika, begehen das Ramadanfest in Elend, Krieg und Armut. Im Ramadan haben wir versucht, diesen Menschen durch unsere Spenden zur Hilfe zu eilen. Wir bitten Allah, dass er unsere Brüder und Schwestern in naher Zukunft von diesen traurigen Umständen befreit und uns den Muslimen in Europa die Möglichkeit gibt, unsere Hand in die Krisenregionen der Welt auszustrecken.

In diesem Sinne wünschen wir allen Muslimen ein gesegnetes Ramadanfest und hoffen, nächstes Jahr wieder bei bester Gesundheit und Wohlbefinden, den gesegneten Monat Ramadan empfangen zu können.

IGMG-Irschadabteilung

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