Irschad

Hutba zum Ramadanfest: Das Ramadanfest

22. Juni 2017 Minbar
Minbar

Verehrte Muslime!

Wieder ist der Monat der Barmherzigkeit, des Segens und der Vergebung zu Ende. Nun freuen wir uns auf das Ramadanfest. Ich wünsche euch allen ein gesegnetes Fest!

Liebe Geschwister!

Wir haben versucht, den Ramadan so zu verbringen, wie es ihm gebührt. Wir haben gefastet und gebetet und verdienen es, nun zu feiern, denn dieses Fest ist ein Geschenk Allahs.

In einem Koranvers heißt es: „Wer das Rechte tut und gläubig ist, sei es Mann oder Frau, dem werden wir ein gutes Leben geben. Und wir werden ihn nach seinen besten Werken belohnen.“[1] Mit unserem Fasten, unseren Spenden und Zakat, unserer Koranlektüre und unseren Tarâwîh-Gebeten haben wir versucht, den Ramadan so gut wie möglich zu nutzen. Heute ist endlich das Ramadanfest. Diese Tage sind Tage der Freude, an denen kein Platz ist für Streitigkeiten und Feindschaft.

Wir möchten unsere Freude teilen, mit unserer Gemeinde, unserer Familie, unseren Nachbarn, Freunden und Verwandten. Möge Allah diese Freude auch unseren Geschwistern schenken, die unter Krieg und Not leiden müssen. Möge er ihre Not inschallah bald lindern!

Verehrte Muslime!

Viele Menschen sind auf der Flucht. Sie flüchten von Ort zu Ort, von Land zu Land. Sie werden aus ihrer Heimat vertrieben und müssen unter schwersten Bedingungen leben. All das stimmt uns traurig. Lasst uns deshalb alle Menschen in Not in unsere Gebete einschließen.

Gleichzeitig möchten wir aber auch feiern. Denn unser Prophet sagte: „Dem Fastenden stehen zwei Freuden bevor: Wenn er sein Fasten bricht, ist er voller Freude, und wenn er seinem Herrn begegnet, freut er sich über sein Fasten.“[2]

Liebe Geschwister!

Nur, wenn wir uns heute herzlich umarmen und alle Streitigkeiten beilegen, kann das Ramadanfest ein wahres Fest werden. Solange wir im Herzen keine Geschwisterlichkeit empfinden, kann uns das Fest keine Freude schenken.

Unser Fasten, unsere Gebete, Koranlesungen und die gegenseitigen Einladungen zum Iftar haben unseren Glauben gestärkt und unsere Spiritualität erhöht. Im Ramadan haben wir gelernt, uns noch mehr auf dem Weg Allahs anzustrengen. Lasst uns in diesem Sinne unsere Geschwister in Arakan, Afghanistan, Kaschmir, Palästina, Syrien, im Irak, im Jemen und alle anderen Notleidenden in unsere Gebete einschließen.

Ich wünsche allen ein gesegnetes Ramadanfest.

[1] Sure Nahl, 16:97
[2] Muslim, Sawm, 212; Hadith Nr. 1151/4

Hutba zum Ramadanfest-Das Ramadanfest

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