Freitagspredigt

Hutbe: Nächtliche Gottesdienste

20. Dezember 2013

Verehrte Muslime,

in unserer heutigen Hutba möchten wir über die Wichtigkeit nächtlicher Gottesdienste sprechen.

Die Wintertage werden immer kürzer und die Nächte immer länger. Unser Prophet wird in der Sure Muzzammil darauf hingewiesen, dass wir der Geschäftigkeit des Tages entgehen können, wenn wir Zuflucht bei Allah suchen. Obhut finden wir, wenn wir in der Hälfte (der Nacht) oder etwas weniger“ aufstehen, um den Koran (vorzutragen), bedächtig und deutlich“. Ausgehend von dem Koranvers „Fürwahr, das Gebet in der Nacht macht stärkeren Eindruck und lässt leichter das richtige Wort finden“ können wir sagen: Es ist allemal besser und segenreicher, sich nach dem Gebet in der Nacht (Tahadschud), mit dem Koran zu beschäftigen, als mit sinnlosen Dingen wie z. B. fernsehen.

So lasst uns die langen Winternächte mit Ibâdas, Zikr und dem Lesen des Korans verbringen, um unseren İmân zu stärken. Sogar unser Prophet Muhammad (s), der ja viele Gottesdienste verrichtete, wurde dazu aufgefordert, den Koran zu verstehen. Umso mehr gilt das für uns. Deshalb sollten wir nächtliche Koranrezitationen und Zikr als Mittel nutzen, den Sorgen und dem Stress des Alltags zu entrinnen. Und das geht nur, wenn wir Zuflucht bei Allah suchen. Unsere Bemühungen, den Koran zu verstehen, als eine Möglichkeit, die Seele auszuruhen, sie zu nähren und in sich zu gehen sowie nächtliche Gebete werden inschallah Früchte tragen. Ganz sicher wird Allah diejenigen, die nachts aufstehen, um zu beten, vielfach belohnen.

Liebe Geschwister,

wie im Koran gesagt wird, sind nächtliche Gottesdienste nicht nur auf das Gebet in der Nacht begrenzt. Sich nach dem Gebet dem Koran zu widmen, ist sehr segensreich. Ihn zu lesen bedeutet zugleich, ihn besser zu verstehen. Wir sollten ihn zu unserem Wegweiser machen, indem wir uns zurückziehen und uns mit Herz und Verstand auf unsere Ibâdas konzentrieren.

Die nächtliche Beschäftigung mit dem Koran dem Schlaf vorzuziehen, verlangt von uns Aufopferung, und ist daher nicht mit dem Lesen des Korans bei Tag zu vergleichen. Diese Gottesdienste des Öfteren zu praktizieren, ist ein Weg, Allahs häufig zu gedenken, was wir aufgrund der alltäglichen Hektik manchmal vernachlässigen. Nächtliche Gottesdienste werden darüber hinaus unsere innere Harmonie stärken.

Selbstverständlich wird Allah, der selbst unserem Propheten das Tahadschud-Gebet befahl, auch unser Leben segnen und uns mit „einem erhabenen Rang“ belohnen, wenn wir das Gebet in der Nacht verrichten. Wir können die nächtlichen Gottesdienste segensreicher gestalten, indem wir auch unsere Familie dazu motivieren und die Gebete gemeinsam verrichten. Die Nachgebete können zwar nicht in der Gemeinschaft verrichtet werden, doch andere zu den Gebeten aufzuwecken und sie zum Verrichten des Gebets zu motivieren, ist sehr segensreich.

Verehrte Muslime,

gut möglich, dass wir aufgrund unserer alltäglichen Pflichten besorgt darüber sind, nicht genug für unseren Glauben und das Wohlwollen Allahs zu tun. Aus diesem Grund werden die nächtlichen Gottesdienste, insbesondere in dieser Jahreszeit, unsere Sorgen mindern und uns innerlich stärken. Wenig, aber regelmäßig verrichtete Ibâdas werden uns dabei helfen, mit einem aufgefrischten İmân in die nächste Jahreszeit zu starten. Kurzum, jeder Muslim sollte seine Nächte zu Hause mit Gottesdiensten füllen und seine Familie sowie seine Freunde dazu motivieren.


Sure Muzzammil, 73:1-8

Sure Isrâ, 17:79

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