Freitagspredigt

Hutbe: Unser Glaube an den Koran

17. Dezember 2020 Tasbih Grün Schwarz
Tasbih Grün Schwarz

Verehrte Muslime!

Allah ist der Barmherzigste aller Barmherzigen. Er hat den Menschen Propheten gesandt, damit sie nicht vom rechten Weg abkommen und das Paradies erlangen. Den Propheten gab er Bücher und Schriften, um ihnen den Weg zu weisen. Den Völkern vor uns schickte Allah Propheten wie Adam (a), Idrîs (a), Ibrâhîm (a) und viele weitere. Mûsâ (a) erhielt die Thora, Dâwûd (a) die Psalmen und Îsâ (a) die Bibel. Der letzte Prophet ist Muhammad (s), dem der Koran herabgesandt wurde. Einige Menschen lehnten die Propheten und Schriften ab. Manche wagten es sogar, Teile der Schriften ihrem Verständnis und ihren Wünschen gemäß zu verändern. Im Koran heißt es dazu: „Wehe jenen, welche die Schrift selbst schreiben, dann aber sagen: ‚Dies ist von Allah!‘“[1]

Hier kann die Frage aufkommen, ob dieselbe Gefahr auch für den Koran besteht, also ob dem Koran dasselbe widerfahren könnte wie der Thora und der Bibel, ob im Koran Menschenworte vorhanden sind oder gar Behauptungen wie etwa, dass manche Koranverse nicht zeitgenössisch seien.

Liebe Geschwister!

Wir Muslime glauben daran, dass der Koran Allahs Wort ist, also Kalâmullâh. Er enthält keinerlei Menschenwort. Jeder Buchstabe wird durch Allah geschützt und ist zu allen Zeiten gültig, auch wenn Jahrhunderte vergehen. Im Koran heißt es: „Gewiss, wir sandten die Ermahnung (den Koran) herab, und wir wollen fürwahr ihr Bewahrer sein.“[2] An diesen Wahrheiten zu zweifeln, kann zum Verlust des Îmâns führen. An anderen Stellen im Koran heißt es: „Oder sie behaupten: ‚Er (der Prophet) hat ihn zusammengedichtet!‘ Sprich: ‚So bringt zehn gleichwertige Suren herbei, (von euch) erdichtet, und ruft dafür an, wen ihr könnt — außer Allah – sofern ihr wahrhaft seid‘.“[3]
„Sprich: ‚Gewiss, selbst wenn sich Menschen und Dschinn zusammentäten, um einen Koran wie diesen hervorzubringen, brächten sie nichts Gleiches hervor, auch wenn die einen den anderen beistünden.‘“[4] „Studieren sie den Koran denn nicht? Wenn er von einem anderen als Allah stammte, fänden sie in ihm gewiss viele Widersprüche.“[5] „Und wenn ihnen unsere deutliche Botschaft verkündet wird, sprechen diejenigen, welche keine Begegnung mit uns erwarten: ‚Bring uns einen anderen Koran als diesen oder ändere ihn ab.‘ Sprich: ‚Es steht mir nicht frei, ihn aus eigenem Antrieb abzuändern. Ich folge nur dem, was mir geoffenbart wurde. Gewiss, ich müsste die Strafe eines gewaltigen Tages befürchten, falls ich mich gegen meinen Erhalter empören würde.‘“[6] „Und nicht das Wort eines Dichters. Wie wenig ihr doch glaubt! Und es ist auch nicht das Wort eines Wahrsagers. Wie wenig lasst ihr euch doch ermahnen! Eine Offenbarung vom Erhalter der Welten! Und hätte er einige von ihm ersonnene Aussprüche uns zugeschrieben, dann hätten wir ihn bei der Rechten erfasst; Dann hätten wir ihm die Herzader durchtrennt. Und keiner von euch hätte uns davon abhalten können.“[7]

Verehrte Muslime!

Alle diese Koranverse bestätigen, dass der Koran nicht das Wort eines Menschen ist und dass sich darin auch kein Prophetenwort befindet. Der Koran ist das Wort Allahs, ungeachtet dessen, dass es immer wieder Menschen gegeben hat und geben wird, die eine andere Auffassung haben. Muslime glauben daran, dass der Koran von der ersten Herabsendung bis zum Jüngsten Tag unter dem Schutz Allahs steht und nicht verändert werden kann. Seine Normen und Weisheiten sind zu jeder Zeit verbindlich und wegweisend.

Lasst uns die Hutba mit den Worten Ibn Masûds (r) beenden, der Folgendes sagte: „Wer wissen will, ob er Allah und seinen Propheten liebt, der schaue: Wenn er den Koran liebt, bedeutet das, dass er Allah und seinen Propheten liebt.“[8]

[1] Sure Bakara, 2:79
[2] Sure Hidschr, 15:9
[3] Sure Hûd, 11:13
[4] Sure Isrâ, 17:88
[5] Sure Nisâ, 4:82
[6] Sure Yûnus, 10:15
[7] Sure Hâkka, 69:41-47
[8] Tabarânî, Al-Mudscham al-Kabîr, 9/132, Hadith Nr. 8657

Hutba-Unser Glaube an den Koran

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