Pressemitteilung

IGMG Frauenorganisation: Betreuungsgeld nur ein erster Schritt, aber keine Lösung

25. April 2012

„Grundsätzlich ist die Idee, Mütter zu honorieren, die Ihre Kinder in den ersten Jahren zu Hause erziehen, begrüßenswert. In vielen europäischen Staaten ist das Modell schon längst etabliert. Und in der Wissenschaft herrscht Einigkeit darüber, dass ein enges Mutter-Kind-Verhältnis gerade in den ersten Jahren sehr wichtig für die Entwicklung eines Kindes ist. Diese Regelung dürfte für viele Frauen, die ihre Kinder ohnehin zu Hause betreuen, erfreulich sein.

Für berufstätige Mütter hingegen dürfte das vorgesehene Geld von 100 bis 150 € Monat allerdings kaum ausreichend sein, um den Lohnausfall zu kompensieren. Diese werden auch weiterhin auf Krippenplätze angewiesen sein, sofern sie eine finden. Aus diesem Grund muss parallel zur Einführung des Betreuungsgeldes auch der Krippenplatzausbau beschleunigt werden. Denn nur dann herrscht eine echte Wahlfreiheit für Frauen, wie die Befürworter des Betreuungsgeldes argumentieren.

Die Behauptung, das Betreuungsgeld könnte Kinder vom Krippenplatz fernhalten und insbesondere bei Kindern mit Zuwanderungsgeschichte negative Auswirkungen auf die Integrationsleistung haben, halten wir für nicht stichhaltig. Schließlich geht es beim Betreuungsgeld nur um die ersten drei Jahre des Kindes. Bis zur Einschulung hat das Kind – wenn schon nicht von zu Hause aus Vorarbeit geleistet wurde – bis zur Einschulung noch genug Zeit, in einer Krippe die Sprache zu lernen und sich soziale Kompetenzen anzueignen. Wichtig ist hierbei, wie es beispielsweise in Frankreich üblich ist, die Familien beratend und unterstützend zu begleiten.“