Pressemitteilung

IGMG gedenkt der Opfer von Srebrenica

11. Juli 2004

Anlässlich des 9. Jahrestages des Massakers von Srebrenica erklärte der Generalsekretär der Islamischen Gemeinschaft Milli Görüs (IGMG), Oguz Ücüncü: „Das Massaker von Srebrenica, dass in seinem Ausmaß seit dem zweiten Weltkrieg beispiellos ist, wirft einen dunklen Schatten auf die Weltgemeinschaft. 10.701 Menschen, darunter auch 570 Frauen und 1042 Kinder, die darauf vertraut hatten, dass die Vereinten Nationen für ihre Sicherheit garantieren werde, sind nach dem Fall der UN-Schutzzone, im Beisein von niederländischen Blauhelmen, Opfer der serbischen „Kriegsmaschinerie“ geworden. Weitere 35.000 Frauen, Kinder und alte Menschen wurden deportiert.“

Obwohl inzwischen neun Jahre vergangen sind, würden sich die meisten Verantwortlichen des Massakers nach wie vor auf freiem Fuß befinden, sagte Ücüncü. Weder konnte bisher Milosevic verurteilt werden, noch wurden die Schlächter Karadzic und Mladic gefasst. „Zweifel kommen auf, ob es der Weltgemeinschaft ein ernsthaftes Anliegen ist, Täter und Hintermänner zur Verantwortung zu ziehen“, so Ücüncü.

Ücüncü erinnerte insbesondere an die Mitschuld der niederländischen Blauhelme. Die Opfer des Massakers von 1995 wurden unter den Augen der niederländischen Soldaten von serbischen Milizen ermordet und in Massengräbern verscharrt.

„Wir trauern um die Toten von Srebrenica. Unser Mitgefühl und unsere tiefe Solidarität und Unterstützung gilt den Hinterbliebenen, Angehörigen und Freunden der Opfer. Als Verband versuchen wir, mit den uns zur Verfügung stehenden Mitteln, unseren Beitrag zu leisten, damit die traumatisierten Menschen von Srebrenica wieder zum „Alltag“ zurückfinden“, führte Ücüncü abschließend aus.

Anlässlich des Jahrestages gab es heute in der Nähe von Srebrenica eine Gedenkfeier. 338 identifizierte Leichen wurden dabei auf einem Friedhof in Potocari beigesetzt. Auf dem Friedhof liegen bereits 989 Opfer des Massakers, die in den Jahren davor identifiziert und beigesetzt worden sind. Derzeit warten noch über 5000 Säcke mit Gebeinen der Opfer auf ihre Identifizierung.

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