Pressemitteilung

IGMG hebt Hutba-Freiheit für diesen Freitag auf

13. September 2001

Der Vorsitzende der Islamischen Gemeinschaft Milli Görüs (IGMG), Mehmet Erbakan, hat mit einem Eilerlass eines seiner Sonderrechte im Verband genutzt und für den morgigen Freitag in allen ca. 700 Moscheen die Hutba-Freiheit der Imame (Vorbeter) beim Freitagsgebet aufgehoben.

Die Hutba ist die Kanzelpredigt beim Freitagsgebet. Es herrscht ähnlich der christlichen Kanzelfreiheit bei Muslimen Hutba-Freiheit. Der Imam ist für den Inhalt seiner Rede nur Gott, seinem Gewissen und seiner Gemeinde Rechenschaft schuldig. In Ausnahmefällen darf der Verbandsvorsitzende die Hutba-Freiheit aufheben und die Verlesung einer einheitlichen Hutba anordnen.

In der von der IGMG Zentrale angeordneten Hutba wird auf den Koranvers: ‚Wer einen Menschen tötet, der ist so, als ob er alle Menschen tötet‘ abgehoben. Im Text heißt es weiter, dass alle Terroranschläge vom islamischen Standpunkt aus zu verurteilen und durch nichts zu rechtfertigen sind. Es wird in der Hutba zum Gebet für die Opfer und Hinterbliebenen der Anschläge aufgerufen. Die IGMG Hutba ruft alle Muslime zur Solidarität mit dem amerikanischen Volk und den Hinterbliebenen auf.

Viele IGMG Moscheen haben bereits am Tag nach dem Anschlag spontan beim Frühgebet Gedenkgottesdienste abgehalten. Für den Freitag haben fast alle größeren IGMG-Moscheen im Anschluss an das Freitagsgebet Gedenkgottesdienste angesetzt. Der IGMG Vorstand hat alle Muslime zur Teilnahme an Gedenkveranstaltungen mit Christen und Juden aufgerufen. Die Muslime sind aufgerufen, bei jeder sich bietenden Gelegenheit das Gespräch mit Vertretern anderer Bekenntnisse zu suchen und aufzuzeigen, dass man an den einen gemeinsamen Gott und an die Heiligkeit des Friedens glaubt.

IGMG Vorsitzender Erbakan sagte: ‚Wir müssen alles tun, um deutlich zu machen, dass solche Taten nichts mit dem Islam zu tun haben. Es finden bereits massenhaft pauschale Verurteilungen des Islams und der Muslime statt. Diesen Bestrebungen muss man entgegentreten.‘

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