Pressemitteilung

IGMG ruft zur Teilnahme an ‚Pegida‘-Gegendemos auf

01. Januar 2015

„Muslime haben aus ihrem Selbstverständnis heraus die Pflicht, sich gegen jede Form von Ausgrenzung, Rassismus, Gewalt und Hass zu stellen. Daher rufen wir als IGMG dazu auf, sich mit allen demokratischen Bündnissen zu solidarisieren und an den Demonstrationen gegen ‚Pegida‘ teilzunehmen. Diesen Aufruf wird die IGMG bei den Freitagspredigten bundesweit in allen ihren Moscheen verkünden“, so Mustafa Yeneroğlu, Generalsekretär der Islamischen Gemeinschaft Millî Görüş (IGMG), anlässlich der sogenannten „Pegida“-Demonstrationen. Yeneroğlu weiter:

Muslime haben vor Gott nicht nur Verantwortung für sich, sondern auch für ihre Mitmenschen. Es ist also eine Pflicht, sich gesellschaftlich zu engagieren und die Stimme gemeinsam mit allen gesellschaftlichen Kräften gegen den zunehmenden Rassismus zu erheben. Aus diesem Selbstverständnis heraus rufen wir die Bevölkerung dazu auf, solche Bündnisse zu stärken, die friedlich und gewaltfrei für den Schutz der kulturellen Vielfalt der Gesellschaft eintreten und sich mit Flüchtlingen solidarisieren.

Wir dürfen das Feld nicht jenen überlassen, die Hass säen; wir dürfen nicht zulassen, dass auf dem Rücken von Bedürftigen, die aus Not ihre Heimat verlassen müssen und bei uns Schutz suchen, Ängste geschürt werden; und erst recht dürfen wir nicht zuschauen, wenn Muslime als Aufhänger für pure Fremdenfeindlichkeit missbraucht werden. Wir lassen uns nicht gegen Menschen anderer Länder, Kulturen und Religionen ausspielen.

Ob in Köln am kommenden Montag (5. Januar 2015, Köln-Deutz am LVR-Turm: WIR STELLEN UNS QUER), in Dresden, München oder andernorts: Vor allem wir Muslime müssen zeigen, wer in Sachen Toleranz und Vielfalt in der Mehrheit ist und wer ganz klar in der Minderheit. Wir dürfen nicht zulassen, dass einige Tausend Menschen den Eindruck erwecken, als stünde ein Großteil unserer Gesellschaft auf der Seite der sogenannten Pegida-Macher. Nein, wir müssen zeigen, dass der allergrößte Teil unserer Gesellschaft für Vielfalt und gegen Rassismus steht.