Pressemitteilung

Integrationsdebatte nach Referendum – Übergriffe auf Türken und Muslime sprunghaft angestiegen

20. April 2017 Bekir Altaş, Genel Sekreter
Bekir Altaş, Genel Sekreter

„Diskussionen über das Wahlverhalten von türkischen Wählern beim Referendum schüren feindliches Klima. Straftaten gegenüber muslimischen Einrichtungen haben erneut zugenommen“, erklärt Bekir Altaş, Generalsekretär der Islamischen Gemeinschaft Millî Görüş (IGMG). Anlass sind mehrere Übergriffe auf Moscheegemeinden im In- und europäischen Ausland. Bekir Altaş weiter:

„Das Wahlverhalten bei der Volksabstimmung zur Änderung der türkischen Verfassung wird von einigen wenigen Politikern dazu genutzt, eine Integrationsdebatte loszutreten. Sie stellen ohne Grundlage die doppelte Staatsbürgerschaft infrage, fordern Türkeistämmige auf, sich ein weiteres Mal zu den hiesigen Werten zu bekennen oder sogar das Land zu verlassen.

Diese Rhetorik schürt ein feindliches Klima und treibt einen Keil in unsere Gesellschaft. Seit Bekanntwerden der Wahlergebnisse ist die Zahl der Übergriffe auf türkische und muslimische Einrichtungen sprunghaft angestiegen. Nahezu täglich werden Einrichtungen mit Nazi-Parolen und Symbolen beschmiert, Personen auf offener Straße beleidigt und sogar tätlich angegriffen. Die Sicherheitsbehörden sind aufgefordert, diese Taten schnellstmöglich aufzuklären.

Die IGMG ruft alle seine Mitglieder und Moscheegemeinden auf, Ruhe zu bewahren und sich nicht provozieren zu lassen. Wir wissen, dass nur die wenigsten solche Taten begehen. Wir wissen auch, dass diese künstlich aufgebauschte und bar jeder Grundlage geführte Debatte ebenfalls von einigen wenigen Politikern aus einer bestimmten Ecke am Köcheln gehalten wird und keiner Beachtung wert ist.“