Pressemitteilung

Islamische Gemeinschaft fordert Lieferkettengesetz

30. November 2020
Pressemitteilung

„Die Islamische Gemeinschaft fordert die Bundesregierung auf, das Lieferkettengesetz nicht länger aufzuschieben. An Verbraucher appellieren wir, bewusster und verantwortungsvoller einzukaufen“, erklärt Bekir Altaş, Generalsekretär der Islamischen Gemeinschaft Millî Görüş (IGMG). Anlass sind massiver Verzögerungen beim geplanten Lieferkettengesetz. Bekir Altaş weiter:

„Die Beachtung menschenrechtlicher Standards in den Lieferketten von Unternehmen müsste eigentlich selbstverständlich sein. Dass dem nicht so ist, ist allseits bekannt. Kinderarbeit, Umweltverschmutzung und ausbeuterische Arbeitsverhältnisse sind in vielen Regionen leider keine Ausnahmen. Dass die Bundesregierung dieses Thema sehenden Auges auf die lange Bank schiebt, ist nicht nachvollziehbar.

Wir fordern verbindliche Vorgaben für die Wirtschaft: saubere und transparente Lieferketten sowie klare Haftungsregelungen. Denn es darf keine Rolle spielen, ob ein Menschenrecht in Deutschland oder im Ausland verletzt wird; es darf keine Rolle spielen, wo Kinderarbeit stattfindet und es darf auch keine Rolle spielen, wo die Umwelt zerstört wird. Es gibt universelle Werte und Regeln, auf deren Einhaltung wir uns einsetzen müssen, egal wo und von wem sie missachtet werden.

Wir fordern die Bundesregierung auf, die Gesetzespläne von Arbeitsminister Hubertus Heil und Entwicklungsminister Gerd Müller schnellstmöglich auf den Weg zu bringen, damit das Leiden und der Schaden nicht größer werden. Wir fordern saubere Produkte.

Gleichzeitig appellieren wir an die Verbraucher, bewusster und verantwortungsvoller einzukaufen, Preise kritisch zu hinterfragen – so verlockend manche Schnäppchen auch sein mögen. Denn nach unserem Glauben und unseren Überzeugungen spielt es keine Rolle, ob das Recht eines Dritten direkt beraubt wird oder ob dieser hinter versteckten und dubiosen Lieferketten versteckt ist. Ein Produkt, das unter menschenrechtswidrigen Bedingungen hergestellt wurde, wird von diesem Makel nicht bereinigt, nur weil es sauber verpackt im Kaufhaus steht – weder im Diesseits noch im Jenseits.“