Pressemitteilung

Jeder Tag ist Weltflüchtlingstag

19. Juni 2018
Pressemitteilung

„Die europäische Asylpolitik ist beschämend und menschenverachtend. Sie entspricht nicht unserem Verständnis von Menschlichkeit“, erklärt Bekir Altaş, Generalsekretär der Islamischen Gemeinschaft Millî Görüş (IGMG), anlässlich des Weltflüchtlingstages am 20. Juni. Bekir Altaş weiter:

„Das Recht auf Asyl steht für die allermeisten Schutzbedürftigen nur noch auf dem Papier. Nur wenige Menschen trauen sich, die lebensgefährliche Reise über das Mittelmeer nach Europa anzutreten. Mangels legaler Wege bleibt der große Rest zurück. Die meisten Menschen können sich die teure Überfahrt nicht leisten oder sind zu schwach. Bereits im Herkunftsland findet also eine Auslese statt, die Schwächsten bleiben zurück.

Die Wenigen, die es bis zu uns nach Europa geschafft haben, müssen viele Jahre auf den Ausgang ihres Asylverfahrens warten. Viele leben in dieser Zeit getrennt von ihren Familien, dürfen nicht arbeiten und sind weitestgehend ausgeschlossen von gesellschaftlicher Teilhabe.

Derweil feilen EU-Politiker an Gesetzen, um Europa noch besser abzuschotten gegen Fluchtmigration. Diese Politik ist ein Armutszeugnis und unvereinbar mit unserer Verstellung von Verantwortung. Sie ist zum Fremdschämen und lässt jede Empathie und Anteilnahme mit Menschen in Not vermissen. Wir werden und können uns mit dieser Politik nicht anfreunden. Vor allem deswegen nicht, weil in vielen Kriegsgebieten Waffen aus Europa zum Einsatz kommen, wir also am Leid und Elend der Flüchtenden auch noch Geld verdienen. So darf es nicht weitergehen.

Es ist Zeit für eine Kehrtwende von dieser unmenschlichen und auf Profit ausgerichteten Politik. Europa muss in armen und instabilen Regionen der Welt gezielt Armut bekämpfen, den Menschen eine Perspektive auf ein friedliches und würdevolles Leben bieten. Es muss nachhaltig in die Infrastruktur investieren und fairen Handel betreiben, anstatt dubiose Regime mit Geld, Technik und Know-how auszustatten, damit sie ihre Grenzen dichtmachen.

Wir wollen keine Weltordnung, in der die einen im Überfluss leben, während andere hungern. Wir wehren uns gegen eine Politik, in der die einen hoffnungsvoll in die Zukunft blicken können, während anderen jede Hoffnung geraubt wird. Das ist nicht unser Verständnis von Menschlichkeit.“