Pressemitteilung

Kauf von Koran-CDs führt zur Moschee-Durchsuchung

14. April 2005

In einer großangelegten Aktion haben Ermittlungsbehörden im gesamten Bundesgebiet bis zu 30 Wohnungen, Firmen und Moscheen durchsucht. Unter den durchsuchten Moscheen ist auch die Merkez-Moschee und das Islamische Zentrum in München, die Centrums-Moschee in Hamburg und die Mevlana Moschee in Berlin. In allen Moscheen wurden, mit der Absicht Beweise gegen einen der Geldwäsche und Steuerhinterziehung beschuldigten CD-Händler zu sammeln, PCs und zahlreiche Unterlagen beschlagnahmt und mitgenommen.

Als Grund für die Durchsuchung heißt es in dem Durchsuchungsbeschlüssen, dass die beschuldigten Personen die Moscheen besucht und geschäftliche Beziehungen zu diesen gepflegt hätten. Dies ist aber nicht weiter verwunderlich, da der Beschuldigte in seinem CD-Sortiment auch Koran-CDs hatte, deren Abnehmer nun einmal vornehmlich Moscheen sind.

Es scheint bei den bayrischen Ermittlungsbehörden, aber auch bei ihren Kollegen in anderen Bundesländern, kaum noch eine Hemmschwelle zu geben, um Moscheen „auf den Kopf zu stellen“, und dies dann auch noch als Kampf gegen den internationalen Terrorismus darzustellen. Dieses rücksichtslose Vorgehen behindert auf der einen Seite die freie Religionsausübung der Muslime und stigmatisiert sie, da die muslimischen Gemeinden nicht einmal selbst strafrechtlich auffällig werden müssen, es reicht schon aus, dass Lieferanten und Besucher ins Visier der Ermittlungsbehörden geraten.

Als Vorstand der IGMG sind wir über die skandalöse Vorgehensweise der Ermittlungsbehörde empört und fordern die zuständigen Behörden und politisch Verantwortlichen auf, Augenmaß im Umgang mit Muslimen und ihren Gebetsstätten walten zu lassen.

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